Kreuzfahrten & Fähren : Serenite : Flusskreuzfahrt von Potsdam nach Waren in sechs Tagen
Geschrieben von redaktion am 01.07.2005 09:28 (15623 x gelesen)

Flusskreuzfahrtbericht mit der Serenité von Potsdam nach Waren.

Rundum sorglos mit einem All-Inclusive Angebot auf dem Flusskreuzfahrtschiff "Serenité" von Potsdam nach Waren.

Serenite River CruisingWie war das mit dem Solidaritätszuschlag? Zeitlich begrenzt? Wir glauben dieses Ammenmärchen nicht mehr, und wollen einmal sehen, wohin unser Solidaritätsbeitrag denn so fließt.

Fließen ist dabei das Stichwort und so haben wir dieses Wort aufgegriffen und uns gefragt, ob es denn eine Möglichkeit gibt, den Osten Deutschlands auf einem Schiff erkunden zu können.

Fündig wurden wir bei dem kleinen aber feinen Flusskreuzfahrtveranstalter Serenité River Cruising von Rita Medoev und Georg Ebert, der sechs Kabinen für Gäste auf einem fast 40 Meter langen Schiff für die Reiseroute Potsdam - Waren anbietet.

Diese Reiseroute ist genau nach unserem Geschmack: Auf idyllischen Wasserwegen und Seen die Hauptstadt Berlin und den Norden im Osten Deutschlands von einer ganz anderen Seite sehen.

Flusskreuzfahrtschiff SereniteAuf der Spree durch das alte und neue Zentrum mit Reichstag, Berliner Dom, Museumsinsel und Oberbaumbrücke schippern und weiter zur Mecklenburger Seenplatte, nach Waren an der Müritz, dem zweitgrößten deutschen Binnensee, vorstoßen.

Sich Ende Mai auf diese Tour zu begeben ist wettermäßig natürlich mit etwas Glück verbunden. Ebenso wollen wir nicht verhehlen, dass wir schon daran dachten, was denn wäre, wenn wir uns mit den anderen Gästen nicht gut verstehen würden.

Segler haben uns da ja schon einige Schauergeschichten erzählt und so mancher Film (z.B. Todessstille mit Nicole Kidman und Sam Neill) war da auch nicht ganz ohne.

Wir haben den Schritt trotzdem gewagt und sind von Stuttgart nach Berlin mit HLX für gerade einmal 85 Euro für 2 Personen geflogen, da wir einen ganzen Tag Berlin unsicher machen wollten.

Besser gesagt, Birgit wollte im KDW (Kaufhaus des Westens) vor der Flussreise einmal shoppen gehen. Erfolg davon war: Gerd hatte einen Compact Flash für die Kamera, einen USB-Stick, ein neues Handy und Birgit hatte nichts gefunden.

Berlin

Frühlingsshopping in der Hauptstadt bei 36 Grad im Schatten. Nun man kann es uns Reisenden aber auch nie recht machen. Hinzu kam, dass unser Anreisetag natürlich auf den Tag des DFB Pokalfinales in Berlin fiel, so dass wir bereits im Internet das Quality Hotel & Suites Berlin City East buchten. Als Tourist hat man ja Zeit und entdeckt so manche Gegend, die einem sonst verschlossen bleibt.

Das Quality Hotel & Suites Berlin City-East liegt, wie der Name schon sagt, im Osten der Stadt. Allerdings ist die Verbindung in das Zentrum Berlins eine Leichtigkeit, da eine Straßenbahn direkt vor dem Hotel schnell zum nächstgelegenen U-Bahnbahnhof führt (Berlin Alexanderplatz) wo es dann zum Shoppen und Flanieren nicht mehr weit ist.

Der Komfort des Zimmers entspricht dem gehobenen Standard und lag in unserem Fall im höchsten Stockwerk (14. Stock). Es beinhaltet eine Minibar, Fernseher, einen Hosenbügelautomaten, einen separaten Schreibtisch und einen eigenen Kaffeekocher und nicht zu vergessen einen Internetanschluss für den Laptop.

Quality East Best Western HotelDie separate 1 Liter Mineralwasserflasche auf dem Zimmer war eine gute Gelegenheit sich schon nach der Ankunft innerlich zu erfrischen.

Somit war an diesem Tag bereits glasklar, dass die Sauna im Haus, trotz der gästefreundlichen Zeit von 17:00 - 23:00 Uhr, nicht genutzt wird. Wir kühlten uns nach der Shoppingtour lieber weiter von innen und suchten "Jeffrey's Pub" im Hotel auf, das eine typisch irischen Gaststube gleicht, in der Sie sich, wie wir, pudelwohl fühlen.

Eine Empfehlung wert ist „Murphys Irish Stout“ Bier (0,5 L 3,40 Euro) zu dem Sie als Beilage ein Filetsteak oder Pfeffersteak mit Ofenkartoffel, Kräuterquark, Knoblauchbaguette zu sich nehmen sollten. Einem weiteren frischgezapften „Murphys Irish Red“ wird dem Ganzen gerecht.

Das Publikum ist relativ jung und so wundert es nicht, dass Jeffrey’s Pub Freitag und Samstag von 17:00 - 2:00 Uhr und Sonntag bis Donnerstag von 17:00 - 1:00 Uhr geöffnet hat. Ebenso freundliche Zeiten hat auch das Hotel, da erst gegen 12:00 ausgecheckt wird.

Quality Hotel & Suites Berlin City East
Der Preis für das Doppelzimmer "Komfort" beträgt 115 - 160 Euro
Reservierung & Buchung: unter: 0800-1855522
Lage: Landsberger Allee 203 13055 Berlin, Tel. 030-97808-0 Fax 030-97808-450
berlin@quality-hotel-berlin.de www.quality-hotel-berlin.de

Preisbeispiele aus Jeffrey's Pub:
Erdinger Weizen 0,5 L 3,50 Euro
Havana Club, bruan 2cl 2,10 Euro
Kilkenny Irish Beer 0,4 L 3,30 Euro
Irish Stew (Weisskohleintopf m. Lamm) 5,00 Euro


Sonntag - es so weit.

Nur gut, dass die Abholung vom Hotel von der Serenité Crew organisiert ist, denn die Füße waren trotz des Kurzaufenthalts in Berlin leicht geschwollen.

Potsdam und Berlin per Schiff

Also auf nach Potsdam an den Kai zum Schiff, Begrüßungschampagner und Kennenlernen der anderen Gäste und schon legen wir ab. Zuerst einmal zurück nach Berlin auf der Potsdamer Havel und dem Wannsee, vorbei an der Glienicker Brücke, Schloss Babelsberg, der Pfaueninsel, Schwanenwerder und dem Kaiser Wilhelm Turm (Wahrzeichen des Grundewaldes aus dem Jahr 1887).

Wechsel auf die Spree, weiter zum Kanzleramt, den Spreebogen entlang am Reichstagsgebäude vorbei und schon sehen wir den Raum des Untersuchungsausschusses in dem Joschka Fischer wegen der sogenannten Visa-Affaire von den Oppositionsparteien in die Mangel genommen wurde. Der Berliner Dom und der Fernsehturm sind während der Fahrt für längere Dauer ein Blickfang und helfen bei der Orientierung.

Weiter am Prachtbau der DDR, dem Palast der Republik mit seinen verspiegelten Fenstern entlang und lange Reststücke der Berliner Mauer auf sich wirken lassen, ja Sie lesen richtig, es gibt noch einige längere und gut erhaltene Mauerstücke, nur halt nicht dort wo der gemeine Tourist sich aufhält. und nach fünf Stunden Erkundung Berlins auf dem Wasser an der Weidendammer Brücke/Ecke Friedrichstrasse angelegt. Ja so darf es sein und jetzt noch was zum Essen und den Tag gemütlich enden lassen.

Kulinarisches vom Feinsten

Essen? Was auf der Serenite frisch produziert und dem Gast serviert wird ist schon vom Feinsten. Gourmets und Schleckermäulchen werden hier auf ihre Kosten kommen.

Es blieb kein Wunsch an diesem Abend, wie auch an allen anderen Tagen, unerfüllt und so haben wir mit vollem Magen und einem „Absacker“ in Form eines Gläschen Cognac die erste Nacht in unserer Kabine angetreten.

Was eine kleine frische Brise ausmacht? Lag es an der heimeligen Ausstattung der Kabine oder an den bequemen Betten? Sie schlafen jedenfalls sehr gut und müssen vor Seekrankheit keine Angst haben.

Das Boot liegt ruhig am Kai und Sie werden am nächsten Tag von einer äußerst liebenswürdigen Crew und einem reichhaltigem Frühstück, das dank des Küchenchefs Jürgen wieder opulent und abwechslungsreich gestaltet ist, erwartet.

Vom Müsli bis zum Spiegelei, von frischen Semmeln (Brötchen) bis zum Toast, O-Saft pur oder gemischt in einem Glas Sekt. So kann der nächste Tag beginnen.

Am zweiten Tag geht es auf dem Hohenzollernkanal über den Tegeler See nach Oranienburg. Eine Fahrt vorbei am gigantischen Neubau des Lehrter Bahnhofs, dem Humboldt Hafen auf den Hohenzollernkanal ist schon sind wir da. Gegen Abend erreichen wir den Übernachtungsplatz auf dem Lehnitzer See.

Ehrlich gesagt: Es erstaunte uns schon sehr, dass Berlin und seine Umgebung so viel Wasser und Kanäle besitzt. Wer meint, Venedig hätte viel Wasser, der sollte diese Tour einmal mitmachen. Sie werden staunen und es fast nicht, wie wir aus dem Süden der Republik, glauben können.

An diesem Tag heißt es für uns "ab in den Whirlpool".

Denn dieser ist geheizt und mit einem Glas Champagner und einer Zeitschrift in den Händen lässt es sich gut auf dem Oberdeck aushalten.

Langeweile kommt erst gar nicht auf. Denn die Küche liefert permanent feinste Speisen die unseren Tagesablauf übersichtlich halten.

Der dritte Tag an Bord bringt uns durch mehrere Stauwehrs die teilweise schon vollelektronisch geöffnet werden. Der Soli wurde also auch vernünftig eingesetzt

Zehdenick

Dort passieren wir die Schleuse Bischofswerder. Die gemächliche Weiterfahrt bringt uns gegen Nachmittag nach Zehdenick an der Havel im Ruppiner Land das die Schnittstelle zwischen den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bildet.

Von der Anlegestelle, die kurz nach einer hydraulisch betrieben Zugbrücke liegt, ist es zum Schiffermuseum gegenüber nur ein Katzensprung und so statten wir dem Museumsschiff „Carola“ einen Besuch ab.

Vom Maschinenraum bis zu den Kabinen und deren Interieur reicht die Spannweite der Ausstellungsinhalte.

Frau Graumeister erzählt Ihnen von der Tradition der Schiffer und Hafenarbeiter und bringt Ihnen die Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten der Region mit der Binnenschifffahrt näher.

Der Eintrittspreis beträgt 2,10 Euro, Ermäßigung 11,00 Euro, Gruppen ab 10 Personen 2,00 Euro.

Erwarten Sie aber nicht zu viel. Schließlich ist der Raum auf dem Schiff und somit auch die Ausstellungsstücke begrenzt.

Mildenberg

Weiter geht es mit einer etwa einstündigen Fahrt zum nächsten Stop, dem Ziegeleipark im Freilichtmuseum Mildenberg in dessen kleinen Hafen wir auch ankern werden.

Unser Tipp: Nehmen Sie ein Fahrrad von Bord, es stehen 6 Fahrräder bereit, und fahren Sie das Gelände selbständig ab. Besuchen Sie das kleine Kino mit seinem Film zur Geschichte der Ziegelbrennerei in der DDR-Zeit und erfahren Sie, wie es war, in einem DDR-Kombinat zu arbeiten.

Die bekannten Fragen "wie wurden Engpässe im Sozialismus der DDR-Prägung überbrückt?" Warum benutzte man die alten Ringöfen weiter" werden darin schon fast liebenswert ergründet.

Alternativ zum Rad können Sie das große Areal mit der kleinen alten Ziegeleibahn und einer Führung erkunden, die Ihnen alte Werkstätten, Dampfmaschinen und Brennöfen näher bringt.

Der Ziegelei-Park ist in die Tonstich-Landschaft eingebettet und Teil des Naturparks "Uckermärkische Seen".

Ehemalige Tongruben füllten sich, wie uns erzählt wird, im Laufe der Jahre mit Wasser und so erklärt sich auch die Entstehung der mehr als fünfzig Seen, die sich wie an einer Perlenschnur aufgefädelt entlang der Havel verteilen.

So bringt uns der nächste Tag die Natur pur. Das Fahrwasser der Havel wird immer enger und der Laie wundert sich, dass hier noch zwei Boote nebeneinander fahren können ohne sich zu berühren.

Nebel liegt über dem Fluss und das Wasser ist mit Seerosen gesäumt. Wir halten Ausschau nach Fischreiher, Fischadler und Eisvögel, denn die Natur ist hier scheinbar noch intakt.

Außer Kühen und Federvieh keine Autos und Bewohner weit und breit. Endpunkt ist diesmal Fürstenberg das die Bordgäste bei einem kurzen Spaziergang erkunden.

Rheinsberg

Am nächsten Tag erreichen wir Rheinsberg, Zentrum des Ruppiner Landes und Schnittpunkt zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Örtchen ist die ehemalige Residenzstadt des Kronprinzen Friedrich (Alter Fritz) in dem er in jungen Jahren seine beste Zeit verbracht haben soll.

Unser Besuch des Schlosses wird durch die Verwendung eines an der Kasse ausgegeben Audioguide (ein Gerät mit Kopfhörer) besonders interessant, da der Erzähler zu jedem Bild und Zimmer die wichtigsten Informationen unterhaltsam verpackt und so zwar die Lesefaulheit unterstützt (PISA lässt grüßen), den Besuch allerdings dadurch kurzweilig gestaltet.

Das Schloss unterliegt derzeit leider immer noch Restaurierungsarbeiten, da in Zeiten der DDR das Inventar entfernt wurde (wo mag es nur abgeblieben sein?) und die Zimmer mit entsprechendem Inventar für ein Sanatorium Verwendung fanden.

Schade, aber diesen Umstand sieht man leider immer noch. Nur gut, dass Schloss Neuschwanstein eine derartige Nutzung nie zuteil wurde. Was wäre vom Inventar dann noch übrig?

Der Eintritt in das Schloss kostet 6,00 Euro und beinhaltet den angesprochenen Audioguide.

Beim Frühstück verlassen wir Rheinsberg durch den Röblinsee, auf der immer noch romantischen Steinhavel und wechseln vom Bundesland Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern. Wir durchfahren wieder mehrere Seen und erhalten einen Eindruck von der touristisch erschlossenen Mecklenburgischen Seenplatte.

Wasser so weit das Auge reicht. Baden ist bei entsprechend warmer Luft sicher ein Hit obgleich unser Reisewetter dafür nicht bestimmt war, so dass wir die Sauna an Bord gerne nutzten.

Jürgen der Serenite KochDer nächste Halt zum Übernachten liegt in Diemitz und ist ein Liegeplatz umgeben von grünen Wiesen und leider auch von einigen Stechmücken.

Aber keine Sorge: In jeder Kabine ist ein Bullauge mit einem Mückennetz, so dass das Fenster in der Nacht geöffnet bleiben kann und kein Surren und Stechen nerven konnte.

So haben wir den Grillabend an Oberdeck und dank "Autan" bei Bratwürstl, Steaks, frischen Salaten und anderen Köstlichkeiten bei so manchem gekühlten Wein und frischen Bier doch noch genießen können. Grillen mit einem professionellen Koch ist halt nochmal so schön und gestaltet sich einfach sehr angenehm. Jürgen, dem Koch, sei Dank.

Bereits um 8:00 Uhr startete Kapitän Ebert weiter in den Norden, so dass das Schiff mit uns als seinen Gästen die "Kleine Müritz" durchquert, während das Frühstück wartet.

Dieser Teil der Reise ist besonders attraktiv, da nach kurzer Fahrtzeit die Große Müritz, auch kleines Meer genannt, auf uns wartet.

Dieser zweitgrößte Binnensee Deutschlands ist 28 km lang und bis zu 14 km breit. Baden ist hier bei guter Wasserqualität ein MUSS. Nahe an Schloss Klink vorbei nehmen wir Kurs auf Waren, das sich zu einer Perle in dieser Gegend entwickelte.

Rechlin

Vorher wollen wir allerdings das Flugzeugmuseum in Rechlin besuchen, da dort der große Volksschauspieler Heinz Rühmann seine vierwöchige Grundausbildung ableisten musste und in Rechlin die Erprobungsstelle der deutschen Luftwaffe bis 1945 untergebracht war.

Eine Beschreibung mit Bildern und Kommentaren Heinz Rühmanns aus diesen Tagen wie auch ein Bild der „Albatros“ aus dem Jahre 1926 konnten wir neben einigen anderen Unikaten finden und bestaunen.

Rechlin, am Südufer der Müritz gelegen, zeigt in seinem Luftfahrttechnischen Museum darüber hinaus die museale Aufarbeitung der Ortsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Luftfahrtgeschichte.

Auf dem Freigelände sind ein Transporthubschrauber Mil Mi-8T und ein Überschalldüsenbomber vom Typ Su-22 UM3K zu bestaunen. Darüber hinaus sind in den Museumsräumen Flugzeugbordinstrumente, Kosmonautenanzüge und ein Rettungsboot, wie es auf Ölplattformen zu Einsatz kommt, ausgestellt.

Ein Kurzfilm aus DDR-Produktion liefert dazu interessante Einsichten in die Geschichte.


Luftfahrttechnisches Museum Rechlin

Öffnungszeiten:
Mai - Oktober täglich außer Feiertagen von 10:00 bis 17:30 Uhr
Februar - April 10:00 - 16:00 Uhr Freitag 10:00 bis 15:00 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene 3 Euro, Gruppenpreis ab 10 Personen 1,50 Euro, Kinder 1 Euro
Letzter Einlass 1/2 Std. vor Schließung
www.Luftfahrttechnisches-Museum-Rehlin.de


Zurückgekehrt mit neuen Eindrücken aus vergangenen Tagen kehren wir per Rad zurück auf die Serenité und fahren in den Norden des Müritzsees nach Waren, in dem Bootsfreunde sich gerne treffen.

Waren

Die Stadt Waren (Müritz) liegt inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte. Am Ostufer der Müritz befindet sich der Müritz-Nationalpark. Das “Kleine Meer“ ist, wie wir selber sehen konnten, ein Paradies zum Segeln und Motoryachting.

Für Surfer, Wasserskier und Kanuten sind der See und die Kanäle reizvolle Ziele. Auch Angler kommen rund um die angrenzenden und abgeschiedenen Seen auf ihre Kosten. Mehrere Schifffahrtsgesellschaften unternehmen Rundfahrten auf der Müritz und den nahegelegenen Seen sowie Tagesfahrten bis nach Rheinsberg oder Plau am See.

Dem Besucher fallen besonders die liebevoll rekonstruierten Fachwerkbauten und am Hafen die Vielzahl an großen und kleinen Booten auf. Das Zentrum bildet der Marktplatz an dem Sie das Rathaus, das Haus des Gastes und eine Vielzahl Geschäfte vorfinden. Die Preise liegen gegenüber Großstädten wie Berlin und München um ca. 50% niedriger, was sich auch in den Haus- und Grundstückspreisen (in einem Schaufenster eines Immobilienanbieters gesehen) widerspiegelt.

Uns hat es sehr gut gefallen, und so führten wir noch an Land bei Sonnenschein und einem kühlen Glas frischgezapften einheimischen Bieres ein ausführliches Gespräch über die Vor- und Nachteile den zukünftigen Ruhestand an diesem schönen Plätzchen evtl. zu verbringen, bevor wir auf die Serenité zum Abschiedsdinner geladen werden.

Das Abschiedsdinner brachte noch einmal die ganze Kochkunst zum Vorschein, so dass in fröhlicher Runde ein wunderbarer Ausklang an Deck allen Gästen beschert wurde.

Abschied nehmen nach einer Woche der Entspannung und des Faulenzens fiel nicht leicht und eine spontane Verlängerung war nicht möglich, da der Shuttle nach Berlin wartete und am Sonntag bereits eine neue Gruppe die Rückreise als Vollcharter von Waren nach Berlin antrat.

Fazit: Die Serenité fährt nicht nachts, wie es die meisten Flussschiffe tun. Sie folgt einem anderen Rhythmus. Sie fährt tagsüber und gleitet mit Ihnen durch Landschaften, deren Schönheiten Sie nicht erwarten.

Auf den Wasserstrassen sehen Sie Gebäude von einer ganz anderen Seite, an die Sie ohne Boot niemals herankommen. Erholung pur ist gepaart mit etwas Gewichtszunahme. Aber gutes Essen und edle Tropfen in netter Gesellschaft zu genießen – was gibt es Schöneres für ein paar Tage der Freiheit!

Preise, Details und das Routenangebot erhalten Sie von der Serenité River Cruising GmbH, Hauptstraße 69, D-63906 Erlenbach/Main, Tel. 0049 (0) 172-652 43 78, E-Mail Serenite@gmx.de www.Serenite-rivercruising.de

Damit Sie einen Eindruck des Schiffes nicht nur in Bild und Text erhalten, haben wir für Sie einen Kurzfilm hier (Windows Mediaplayer Format) bereitgestellt.

Fotos: Gerd Bruckner
Autor: Gerd Bruckner


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