Bereits zum 14. mal fand am letzten Wochenende (9.-10. Juli) das Coburger Sambafestival statt und es hat seine Faszination nicht verloren!
Bei den meisten der über 150.000 Besucher ist das zweite Wochenende im Juli mittlerweile ein fester Termin im Kalender. Dieses Jahr war endlich auch wieder der Wettergott gnädig und lieferte pünktlich zur Eröffnung auf dem Schlossplatz Sonnenschein pur. Zum Rhythmus von A Bunda aus Schweden wurde schnell aus flanierenden Menschen ein mitgerissenes Publikum.
Doch was macht das Sambafestival so beliebt und unvergleichlich?
Es ist wohl die Stimmung, die in der gesamten Stadt herrscht. Während ein Teil der Innenstadt abgeriegelt wird und hier der Eintritt nur gegen Geld möglich ist, trommelt und tanzt der Rest der Stadt für lau.
Keine Gasse, in der nicht Sambagruppen trommeln und ihr ausgelassen tanzendes Publikum finden. Bei insgesamt 2500 Sambistas aus 89 Gruppen auch kein Wunder.
Verständigungsprobleme gibt es bei den Gruppen aus Brasilien, Schweden, Frankreich, England, den Niederlanden und Österreich und Schweiz keine: die Sprache der Trommeln ist international.
Die gastronomischen Stände sind ein Erlebnis für sich. Hier gibt es indianisches Essen, dort mexikanisch. Ein paar Schritte weiter ungarisch und indisch. Somit ist das gastronomische Angebot genauso Multikulti wie die Besucher. Nichts gegen die fränkische Küche, aber wer bei diesem Angebot Bratwurst isst, ist selber schuld.
Das absolute Festival-Highlight war die Samba-Nacht in der Dreifachturnhalle: auf den Siegerplatz im Percussion-Wettbewerb “Pitu Ritmo da Bateria“ trommelte sich die Formation Suco Legal aus Köln.
Eine fantastische brasilianische Revue präsentierten Aquarelas do Brasil. 30 temperamentvolle Tänzerinnen in farbenprächtigen Kostümen und Capoeiristas verzauberten mit einer einmaligen exotisch-erotischen Tanz-Show.
Beim Auftritt der brasilianischen Profi-Band Brazil Connection blieb kein Fuß mehr still. Musica Brasileira Popular mit melodischen Klängen und schnellen Rhythmussequenzen heizte die Stimmung in der Halle an. Über 1.500 Zuschauer feierten eine Riesen-Party bis in die Morgenstunden.
Das brasilianische Flair ist während der gesamten Tage überall deutlich zu spüren. An den Staßenrändern stehen Tische und Barstände, alle Lokale haben die Freiluftsaison eröffnet. Oft genug ist kaum mehr ein Durchkommen.
Aber im Gegensatz zu anderen Großveranstaltungen gibt es beim Coburger Sambafestival keine Gemaule, kein Gezeter oder gar Schlägereien. Sowohl die Polizei, als auch das Rote Kreuz hatten kaum nennenswerte Einsätze.
Dies zeigt, wie fröhlich und friedlich die Stimmung am Sambawochenende ist. Und um dies noch einmal zu unterstreichen, fand das Festival aus aktuellem Anlass unter dem Motto „Trommeln gegen Terror“ statt, in Gedenken an die Terroropfer Londons.
Ein weiteres Highlight der besonderen Art war das Konzert in der „Quastenflosser“ in der Moritzkirche. Mit Alphörnern, Posaunen, Pauken und Trompeten bezauberten die Schweizer ihre über 1000 Zuhörer, die ausnahmslos alle mitwippten.
Das Sambafest 2005 war auch diese Jahr wieder eine Reise wert. Hoffen wir, dass es 2006 wieder statt findet!
Infos für das Spektakel in 2006 erhalten Sie von der SAMBACO GMBH, Rodacher Straße 44, 96450 Coburg, Tel. 09561/53923, Fax 09561/53965, www.samba-festival.de
Text: Kirsten Dekorsy
Foto: TI Coburg
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