Norwegen – das Töten geht weiter
Um die erhoffte Fangquote für das Jahr 2005 von insgesamt 796 getöteten Nördlichen Zwergwalen zu erreichen, haben die norwegischen Behörden die Walfangsaison um einen ganzen Monat (bis Ende September) verlängert.
Während das erwartete Ende der Walfangsaison am 31. August näher rückte, erkannten die Behörden, dass, obwohl die Saison dieses Jahr einen Monat eher begann, die selbst gesetzte Fangquote wieder nicht erreicht werden würde.
Mitte August hatte Norwegen bereits die maximale Quote für die eigene ausschließliche Wirtschaftszone (das Gebiet 200 Seemeilen vor der Küste) aufgehoben, um die Jagd zu vereinfachen.
„Das ist das vierte Jahr in Folge, in dem die Gesamtquote nicht erreicht wird. Auch hat die norwegische Regierung in diesem Jahr bereits eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um den Walfänger ihre Arbeit zu erleichtern und es ihnen zu ermöglichen, die Quote zu erfüllen.
Zusätzliche soll der Verkauf von Walfleisch stimuliert werden, indem neue Produkte aus Walfleisch auf den Markt gebracht wurden“, erläutert Mark Simmonds, der wissenschaftliche Direktor der WDCS.
„Angesichts der offensichtlichen Schwierigkeiten, die Jahr für Jahr steigenden selbst erteilten Quoten zu erreichen, ist es wahrscheinlich, dass auf diesem Weg Druck auf die Internationale Walfangkommission (IWC) ausgeübt werden soll, um die Kommission zu zwingen, kommerziellen küstennahen Walfang auch weiterhin zu genehmigen.
Norwegens fortwährende Praxis, die Regeln zu erstellen und dann so abzuändern, dass sie seinen Bedürfnissen entsprechen, ist nicht nur empörend, sondern widerlegt auch die Behauptungen der Walfangbefürworter, dass kommerzieller Walfang jemals regulierbar und kontrollierbar werden könnte.
Solche Manipulationen tragen wenig dazu bei, die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass die „schlechten vergangenen Tage“ des Walfangs vorbei sind.“ ergänzt Mark Simmonds des WDCS.
Trotz intensiver Bemühungen der Reiseveranstalter durch das sog. "Wale watching" Ländern die den Walfang betreiben finanzielle Alternativen aufzubauen, ist die Norwegische Regierung weiterhin nicht bereit den Walfang komplett einzustellen.
Solange diese Praxis beibehalten wird, sollten Sie sich also genau überlegen ob Sie Norwegens touristischen Zielen auf dem Festland einen Besuch abstatten sollten.
Besser: Wale watching und damit Unterstützung der Kämpfer gegen den Walfang
Gemeinsam mit der früheren Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, veröffentlichte die WDCS die umfassende Broschüre "Walbeobachtung in Europa.
Ratgeber für die besten Möglichkeiten zur Beobachtung von Walen und Delfinen in europäischen Gewässern".
Die Broschüre informiert über die ganze Bandbreite der Walbeobachtung in 14 europäischen Staaten zu Wasser und vom Land aus. Der Schwerpunkt des Ratgebers liegt dabei auf den Angeboten einer umwelt- und tiergerechten Wal- und Delfinbeobachtung.
Kostenlos erhältlich ist der Ratgeber bei der WDCS, Altostraße 43, 81245 München, Tel. 089-61002393, kontakt@wdcs.org.
Aktuelle Veranstaltung des WDCS: Canada Whale Night
Unter dem Motto "Wale in Kanada" steht die zweite Gala der WDCS, die gemeinsam mit der Canadian Tourism Commission (CTC) im Bayerischen Hof in München am 29. Oktober 2005 stattfindet.
Programm und Anmeldeunterlagen unter www.whale-night.com
Quelle: WDCS
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