Lebendige Stadtgeschichte in Rothenburg
In Rothenburg ob der Tauber herrscht 2006 Feststimmung. Dort feiern Einheimische und Besucher vom 15. bis 23. Juli die 125. Wiederkehr des berühmt gewordenen Historienfestspiels „Der Meistertrunk“.
Zumindest im Kern soll die Geschichte wahr sein, die sich 1631,
mitten im Dreißigjährigen Krieg, abgespielt hat: Der katholische Feldherr Johann Tserclaes Graf von Tilly eroberte mit seinen Truppen die protestantische Stadt, ließ Bürgermeister und Rat zum Tod verurteilen und gab den Befehl, die Stadt zu brandschatzen.
Da bot der Rat in seiner Seelenangst dem Feldherrn einen prachtvollen Humpen als Willkommenstrunk dar, der 13 Schoppen Wein enthielt. Und der durch den Wein milde gestimmte Tilly sprach: „Wenn einer von Euch im Stande ist, diesen Humpen in einem Zug zu leeren, will ich Gnade üben“. Altbürgermeister Nusch trat vor, vollbrachte den „Meistertrunk“ und rettete damit seine Stadt vor dem Verderben.
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Jene dramatischen Ereignisse des Jahres 1631 fasste der Rothenburger Glasermeister und Dichter Adam Hörber in den Siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in ein Bühnenstück, das am Pfingstsonntag 1881 seine Uraufführung erlebte – und ein grandioser Erfolg wurde.
Seither zieht das Historische Festspiel Jahr für Jahr Gäste aus aller Welt in seinen Bann. Zum 125-jährigen Jubiläum wird aber nicht nur im Rahmen der Festwoche mit zahlreichen Freilichtaufführungen vor dem weltberühmten Rathaus gefeiert – ab Pfingsten gibt es eine ganze Reihe von weiteren Veranstaltungen wie die Ausstellung „Die Kunst um den Meistertrunk“ (1. Juni bis 23. Juli), den „Historischen Schäfertanz“ am 1. Juli sowie ein großes „Historisches Spectaculum“ am Schrannenplatz am Wochenende 5./6. August
Weitere Infos finden Sie unter www.meistertrunk.de

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