Fußballtore in den 12 WM Stadien made in Germany
Mit Fußball-Toren kennt sich Helmuth Löhr bestens aus. Aus seinem Unternehmen kommen die Aluminium-Konstruktionen für die WM-Stadien in Deutschland.
Als eine seiner Leidenschaften würde Helmuth Löhr den Fußballsport nicht beschreiben. «Ich bin eher ein Hobby-Fußballer», sagt der 66- Jährige. Dennoch hat Löhr eine Dauerkarte für den Bundesligaverein Hannover 96 und ist im Stadion ein wohl bekannter Gast. «Ich schaue bei Fußballspielen viel genauer auf die Tore als alle anderen», sagt Löhr. «Das gehört dazu.»
Seit mehr als 30 Jahren fertigt er mit seinem Unternehmen «Sportgeräte 2000» Sportutensilien aus Aluminium her. Die Fußballtore in den 12 WM-Stadien in Deutschland stammen aus seiner Fabrik in Hildesheim, das südlich von Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover liegt.
«Wir stellen hier 20 bis 30 Tore pro Tag her - 5000 Tore pro Jahr», sagt Löhr und breitet in seiner 2000 Quadratmeter großen Fertigungshalle die Arme aus. Aus mehreren Ecken sprühen rot glühende Funken-Fontänen: Die Mitarbeiter schweißen Tore, Zuschauerbänke, Geländer und andere Gerätschaften aus Aluminium zusammen. Ihr Chef hebt die Stimme, um gegen das Geräusch einer Elektrosäge anzukommen, die gerade einen matt silber schimmernden Pfosten durchtrennt. «Als das Holztor im Spiel Gladbach gegen Bremen brach, überlegten alle, wie man das verhindern könnte.» Der heute fast legendäre «Pfostenbruch» geschah 1971.
| Fußballtore nur noch aus Aluminium Löhr wusste sofort: Mit einem Tor aus Aluminium wäre das nicht passiert. «Es ist das verlässlichste Material, rostet nicht und ist leichter als Stahl», erklärt Löhr. Der gelernte Kaufmann machte sich mit seiner Idee selbstständig. Von da an ging es bergauf. 1998 unterzeichnete er seinen ersten internationalen Auftrag - «für die Europameisterschaft in Deutschland». 2000 und 2004 lieferte er Tore und Spielerkabinen für die EM in Belgien/Holland sowie Portugal. In diesem Jahr folgt mit dem WM-Auftrag im Heimatland die Krönung. «Das Einmalige an den Toren ist, dass der Rahmen aus einem Stück besteht, stabiler geht's nicht», meint der Fabrikant. Außerdem bleibe Dank «integraler Netzbefestigung» das Netz fest an seinen Haken. Rund 1000 Euro kostet solch ein Tor, das Löhr nach den Vorgaben der FIFA herstellt. |
Maße der Fußballtore zur WM
Die Maße der Aluminiumgestelle sind genau festgelegt, denn «die FIFA will in jedem Stadion das absolut gleiche Tor»: 7,32 Meter lang, 2,44 Meter hoch und 2 Meter tief muss das Aluminiumgerüst sein.
Die Pfosten sind oval, nicht breiter als 120 und nicht dünner als 100 Millimeter. «In Asien beispielsweise, da sind die Pfosten rund», sagt der Tor-Experte und klopft gegen einen Pfosten. Seinen Beobachtungen zufolge verändert sich dadurch das «Abprallverhalten» des Balls.
Tore ohne Spielraum
Wenige Wochen vor dem Anpfiff des Auftaktspiels stellte sich die Uefa jedoch quer. «Schade», sagt Löhr heute, «gelb strahlt sehr gut.» Die 24 weißen Tore für die 12 WM- Stadien - plus jeweils einem Ersatztor - standen bereits seit März auf Löhrs großem Firmengelände in Hildesheim bereit.
Auf acht Meter langen Anhängern wurden die Alu-Konstruktionen von Hildesheim nach Berlin, Dortmund oder München gefahren und von Löhrs Personal montiert. Der Chef selbst mochte nicht mitfahren. «Ich schaue mir wahrscheinlich nur ein Spiel in Hannover an», sagt der jung wirkende 66-Jährige. Leger in schwarzer Hose, schwarzer Strickjacke und weißem Hemd gekleidet lehnt er inmitten seines großen Außengeländes an einem Alu-Pfosten. Dutzende Tore stehen hier zur Abholung bereit. Löhr liefert sie in die ganze Welt. «Auch aus Hongkong kam neulich ein Auftrag», sagt der Chef von Europas größtem Alu- Sportgeräte-Hersteller.
Obwohl der FIFA-Auftrag ein kleiner Fisch ist für einen, der 5000 Tore pro Jahr herstellt, sind Löhr und seine 50 Mitarbeiter stolz, ein Teil des großen WM-Spektakels zu sein. «Das erfüllt uns schon mit Freude, dass wir an der WM mitwirken», sagt Löhr.
Weitere Infos rund um die Fussballtore: Helmuth Löhr, Sportgeräte 2000 GmbH, Schinkelstraße 15, 31137 Hildesheim, Telefon: +49-(5121)-7814 0, h.loehr@sportgeraete2000.de www.sportgeraete2000.de
Quelle: dpa / land-der-ideen.de
Weitere Infos zur Fußball WM 2006 finden Sie in German News hier.
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