Jeder, der vor diesem so bedeutungsträchtigen Klassiker von einem etwas mulmigen Gefühl in der Magengegend geplagt wurde, konnte sich spätestens nach der so bitteren Bestrafung der Italienischen Mannschaft auf die Schultern klopfen. Was war der Ursprung dieser Eingebung ?
Vielleicht die Tatsache, dass wir seit 16 Jahren nicht mehr gegen die "Squadra Azzurra" gewinnen konnten oder das unsere italienischen Freunde Zugegebener maßen nach wie vor über eine grandiose Abwehrreihe verfügen ? Legt man die speziell durch die WM entstandene Euphorie und den daraus folgenden Patriotismus mal kurz bei Seite und versucht analytisch auf die Ausgangslage der einzelnen Teams einzugehen, wird Mann oder Frau schnell feststellen, dass alle Ereignisse wie so oft einen ganz bestimmten Sinn hatten.
Können Sie sich vorstellen, dass in Italien nicht mehr Fußball gespielt wird ? Na ja, wir wollen es mal nicht übertreiben, allerdings stellt sich natürlich die Frage, wie sich das Image des Fußballs hier in Deutschland gestalten würde, wenn prominenteste Vereine wie beispielsweise Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke plötzlich in der Regionalliga ihr Unwesen treiben würden.
Nimmt man die Tatsache, dass unsere südländischen Nachbarn eine komplette Amtszeit über, einem Staatsoberhaupt ihr Vertrauen schenkten, welcher gleichzeitig die wichtigsten Medien sowie einen der traditionsträchtigsten Fußballvereine kontrolliert, dürfte sich der einst selig machende Tunnelblick weiter fokussieren. Stellen Sie sich vor, die gute Frau Merkel wäre Eigentümerin von Borussia Dortmund und gestaltet nebenbei noch die Tagesthemen.
Die Macht im Fußball besitzt in Italien, wer das Geld hat. Und das Geld hat, wer das Fernsehen besitzt, dessen Eigentümer Silvio Berlusconi ist. Eine bei uns kaum vorstellbare Schuldenpolitik der starken Vereinsmannschaften sorgte bisher für die internationale Konkurenzfähigkeit sowie die fortlaufende Verpflichtung von Superstars und die Bezahlung deren überirdischer Ablösesummen. Man darf gespannt sein, wie sich diese höchst zweifelhafte Finanzpolitik künftig in der neu gebildeteten Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi darstellt.
Man möge sagen, dass alles habe bestenfalls mit dem Hoyzer-Skandal, aber doch nichts mit der WM zu tun. Warum eigentlich nicht mit der WM ? Man schaue sich nur eine Vielzahl von skandalösen Schiedsrichterentscheidungen sowie das geradezu tapsige Einwirken der FIFA an. Gäbe es den Skandal in Italien nicht, wäre einer der dort jetzt so wehement angeklagten Star-Schiedsrichter Massimo de Santis, wahrscheinlich locker flockig als WM-Referee mit von der Partie gewesen und das vielleicht noch im WM-Finale !
Nun zum bereits angesprochenen Sinn der Ereignisse; Italien wird Weltmeister, da dies die einzigste Möglichkeit darstellt, den geradezu unglaublichen Manipulationsskandal schnell, gepflegt und sauber in gewohnter Manier unter den Teppich zu kehren. Man stelle sich vor, die "Helden von Berlin" kehren als amtierender Weltmeister heim und man verbannt daraufhin deren internationale Aushängeschilder von der Bildfläche. Ein nur schwer vorstellbares Szenario.
Es mag sein, dass ethische Grundsätze innerhalb der Medien keinen Bestand haben, allerdings sollten sich die Kollegen der italienischen Presse die Frage stellen, welches Bild dieser unsportliche Fingerzeig auf Thorsten Frings auf die sportlichen Leistungen der italienischen Mannschaft wirft. Vor allem wenn man bedenkt, dass mit Schiedsrichter Markus Merk ein Deutscher mit der wohl schlechtesten Entscheidung dieses Turniers im Spiel gegen die USA mit Nachdruck für den Einzug in die Endrunde gesorgt hat.
"Die Welt zu Gast bei Freunden" war das so einschlägige Motto dieser Fussball Weltmeisterschaft. Aufgrund der Lage, in der sich der Italienische Fussball momentan befindet, hätte eine art Zeitfenster entstehen können, in der man Größe zeigt und versucht, mit sportlich fairen Mitteln davon abzulenken, dass man eigentlich im Glashaus sitzt. Wäre Italien vorzeitig ausgeschieden, hätte dies vielleicht eine Neuanfang für den Fussball bedeuten können, nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft allerdings bleibt ein fader Nachgeschmack und Spannung auf die mediale Vermarktung des möglichen Titelgewinns und dessen politische Quintesenz.
Forza Italia !
Autor: Thomas Haas
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| Leser | Posted: 2006/10/8 19:05 Updated: 2006/10/10 17:56 |
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Ich bin einverstanden: mann, sie haben die Finale " gewonnen ", aber Frankreich hat so besser gespielt!!!!!! Der Arbitre hat ihn geholfen, dieses Abend haben die besse nicht gewonnen... La France en force , es lebe Frankreich. Zidane wir lieben dich, Willy Sagnol wir lieben dich, allez les Bleus et Vive la France.
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| derschweinemoerder | Posted: 2006/7/10 17:53 Updated: 2006/7/10 20:03 |
Leser - reader (Standard) ![]() ![]() Joined: 2006/7/10 From: Posts: 1 |
schmerzlich.. doch was soll man machen. nun haben die auch noch das finale gewonnen... oh mann...
zumindest sind wir im feiern weltmeister :D http://wm2006ger.blogspot.com/2006/06/germany.html |
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| Leser | Posted: 2006/7/7 23:00 Updated: 2006/7/10 20:03 |
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da sage noch einer, es gäbe keine stimme! klar, eine,- sage und schreibe eine gibt es!
ausgezeichnet! danke, danke, danke! der wohl einzige (?) journalistische blick (nicht nur?!) im www, der die anscheinend mittlerweile ganz normale (und nicht nur italienische) medienmafia anspricht, durch die das deutsche team wahrscheinlich bewußt aber auch gekonnt ausgefringst wurde. mit thorsten frings als vorstopper hätte die italienische mannschaft möglicherweise erst gar keine verlängerung erlebt. durch seinen starken einsatz im spiel gegen argentinien konnte frings die potenziale der anderen freilegen. die fehlende fairness setzte sich dann bis in das flugs dümmlich gebastelte fifa-urteil weiter fort; vielleicht waren das aber auch nur die nachwirkungen der wahl in italien und berlusconi war ganz einfach nur frustriert!? (da nunzio hätte sich im grabe umgedreht!) noch ein kleines bundesdeutsches journaillen-witzchen -ein verschmitztes nicht gelegtes straussenei zum thema medienmafia: als vor einiger zeit jörg immendorf`s intensiver kokain- und flittchenkonsum süffisant in den medien kondensierte, gab es nicht EINE stimme, die sich an die übergabe einer skulptur von immendorf erinnerte, -eine übergabe im beisein vom damaligen bundeskanzler (onkel) schröder und wladimir putin an die stadt sankt petersburg. die offizielle bundesdeutsche tv-berichterstattung, -ich glaube es war die tagesschau, bei der nach den reden der honoratioren auch ein verstört verschnupfter immendorf ein paar wörtchen ziemlich unverständlich stammelte .... . besagte skulptur, -selbstverständlich (!) voll aus bundesmitteln finanziert, wurde mit allerhöchstem zeremoniell übergeben und trägt den vielsagenden "die nase" (von gogol) ps: eine kleine frage am rande: immendorf war schon seit sehr langer zeit im visier von innerdeutschen diensten oder sind wir alle völlig bekloppt? normalerweise MUSS übrigens auf jeden fall der führerschein bei bewiesenen längerdauerndem kokaingenuss entzogen werden. immendorf braucht den lappen nicht, weil er sehr krank ist; aber ich kann nicht mehr nach frankfurt fahren, weil ich angst habe, ich werde von michael friedman überfahren. ![]() |
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