Sport : Jürgen Klinsmann sagt NEIN zur Fortsetzung in der Fußballnationalmannschaft
Geschrieben von redaktion am 12.07.2006 12:38 (2283 x gelesen)

Klinsmann sagt NEIN

Ja wer hätte das gedacht - Jürgen Klinsmann will nicht weiter machen.

Recht hat er: Warum sollte er auch? Besser konnte es für ihn einfach nicht laufen. Alle früheren Kritiker aus den Fußballvereinen der Bundesliga und alle selbsternannten Fußballgenies in den Sportredaktionen und Fernsehredaktionen sind richtig kleinlaut geworden und wollten ihn nach der Fußball WM 2006 in den Himmel loben.

Doch wie heisst es so schön: "Stehe lange genug am Ufer und warte bis deine Feinde an dir vorbeitreiben." Genie und Wahnsinn liegen ja auch oft sehr nah beieinander und was hätten die gleichen Leute gesagt, wenn es nicht so gut für die Fußballnationalmannschaft gelaufen wäre? Sie hätten Klinsmann und seine Mitstreiter in der Luft zerrissen.

Muss man sich das auf dem Zenit des Erfolges antun?

Wir denken NEIN und Klinsmann hat aus seiner Sicht - wenn wir ehrlich sind - doch recht.

Er hat den Grundstein für einen neuen deutschen Angriffsfußball gelegt und Trainer, wie Felix Magath vom Deutschen Fußballmeister FC Bayern, teilten ja auch schon mit, dass das Klinsmann-System, nämlich offensiver Fussball, in der Fussball-Bundesliga nicht übertragbar ist. Jetzt soll Klinsmann sich also mit diesem und anderen mächtigen Trainern wieder für die nächsten Jahre anlegen und abermals gegen Windmühlen, wie Don Quichotte anrennen? Warum sollte er sich das antun?

Fussball ist nur vordergründig wie Politik

Politiker kennen es nicht anders. Kompromisse bis zum abwinken, mögen diese noch so falsch sein. Ein Bundestrainer muss das nun weiss Gott nicht.

Jetzt sind andere Typen gefragt und dürfen den eingeschlagenen Weg fortsetzen oder sich mit der Bundesliga und den Medien aufreiben. Bekanntlich heisst es: "Wenn's am schönsten ist, soll man aufhören". Die Feiern zum 3. Platz bei der Fußball WM 2006 haben es gezeigt: selbst als Weltmeister 2006 hätte Deutschland nicht besser feiern können.

Gebt der Strategie eine "Fussball"-Chance

Von "im Stich lassen" kann also keine Rede sein. Eine nachvollziehbare Reaktion mit der Konsequenz für alle Schlaumeier in der Zukunft: Gebt den Leuten eine Chance und hintertreibt nicht gleich bei jedem kurzfristigen Misserfolg die schwere Arbeit eines Nationaltrainers. Kurzfristiger Erfolg ist zwar schön und ist möglicherweise eine taktische Maßnahme - langfristiger Erfolg ist aber vergleichbar mit Strategie - nur werden leider sehr häufig Taktik und Strategie verwechselt.

Unterschied: Taktik und Strategie

Banken und Sparkassen arbeiten nach der gleichen Methode was Unternehmen und Endverbraucher oft erleben: Wenn es gut läuft sind die Banken dabei und meinen auch noch, dass sie für den Erfolg aussschlaggebend sind. Wehe aber es läuft einmal "kurzfristig" schlecht, dann sind die Banken die ersten, die sofort und unerbittlich den Todesstoß versetzen und nur selten eine langfristige Strategie unterstützen. Denn eine Strategie setzt Visionen voraus und diese werden von Banken nur spärlich erkannt.

Selbst große, an der Börse notierte, Unternehmen unterliegen diesem Fehler und müssen (trotz anderer eigener Meinung) so arbeiten, nur um ja dem Finanzmarkt nach dem Mund zu reden. Anders ist es auch nicht erklärbar, dass nur noch auf die Quartalszahlen geachtet wird, um nur ja keine Delle in Umsatz oder Verkauf zu zeigen.

Nur das Heute zählt - das System wird aber nicht durchzuhalten sein. Denn immer Höher, Weiter ist eine vordergründige Taktik aber ohne eine langfristige Strategie ist der kurzfristige Erfolg nur ein Pyrrhussieg. (Im ursprünglichen Sinne ist es ein Sieg, der so verlustreich für den Sieger war, dass er mittel- und langfristig kein Sieger mehr ist und somit zum Verlierer wird.) Denn die Umsetzung einer erfolgreichen Strategie dauert, wie die Entwicklung und Verbesserung eines Produktes/Dienstleistung seine Zeit benötigt und ist durch kurzfristige taktische Massnahmen nicht zu ersetzen.

Fortsetzung für Fußballdeutschland folgt

Der scheidende Bundestrainer bezeichnete es als einzig sinnvolle und logische Schlussfolgerung, Löw zu bitten, das Amt des Fussballnationaltrainers zu übernehmen. Die Mannschaft sei charakterlich so top, sie habe eine so tolle Weltmeisterschaft gespielt und sei reif genug, den nächsten Schritt zu gehen

In diesem Sinne: Freuen wir uns auf Joachim (Spitzname: Jogi) Löw und geben wir ihm Zeit, nicht nur mit der Fussballmanschaft, sondern auch mit den Medien und allen Schlaumeiern klar zu kommen.

Fussball Europameisterschaft 2008

Für alle deutschen Fussballfans hier schon einmal für die Terminplanung eine aktuelle Übersicht der Spiele zur EM 2008 Qualifikation in der Gruppe D:

02.09.2006 Deutschland - Irland (in Stuttgart)
06.09.2006 San Marino - Deutschland
11.10.2006 Slowakei - Deutschland
24.03.2007 Tschechische Republik - Deutschland
02.06.2007 Deutschland - San Marino
06.06.2007 Deutschland - Slowakei
08.09.2007 Wales - Deutschland
13.10.2007 Irland - Deutschland
17.10.2007 Deutschland - Tschechische Republik
17.11.2007 Deutschland - Zypern
21.11.2007 Deutschland - Wales

Eröffnet wird die Fussball Europameisterschaft am 07. Juli 2008 im Berner Wankdorf-Stadion. Das letzte von 31 Spielen wird das Finale am 29. Juli im Wiener Ernst-Happel-Stadion sein. Die sechs anderen Spielstätten sind: Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Zürich, Basel und Genf. Die Mannschaften Österreichs und der Schweiz sind für die EM-Endrunde gesetzt. Deutschland muss sich dafür erst qualifizieren und ist nicht automatisch gesetzt.

Karten / tickets zur EM 2008 in Österreich und Schweiz

Rund 75 Prozent der Tickets für die UEFA EURO 2008™-Endrunde in Österreich und der Schweiz sollen zu "erschwinglichen Preisen" an die Fans abgegeben werden. Der Verkauf wird im nächsten Frühjahr beginnen, die genauen Daten werden aber noch im Verlauf dieses Jahres bekannt gegeben.

Die Karten werden exklusiv auf www.euro2008.com erhältlich sein.


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