Internet unverzichtbar bei der Reiseplanung
Wie die jüngste Sommerurlaubs-Studie des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) ermittelte, verzichteten 2007 zwei Drittel der Deutschen darauf, bei der Sommerferienvorbereitung ein Reisebüro oder eine Touristen-Information einzuschalten.
Stattdessen wird immer mehr das Internet zur Reiseplanung genutzt. 60 Prozent der Befragten, so die ETI-Studie, informieren sich und buchen übers World Wide Web. 2004 waren es noch gut 40 Prozent.
„93 Prozent der Deutschen erklärten, die Diskussion um den Klimawandel habe sich nicht auf ihre diesjährige Urlaubsplanung ausgewirkt“, berichtete Prof. Heinz-Dieter Quack, Leiter des ETI. „Das zeigt ganz klar: Dieses Thema ist für die ‚Reise-Weltmeister’, die deutschen Urlauber, derzeit noch nicht relevant“, sagte der Wissenschaftler.
Nur wenige Sommerurlauber hätten bewusst auf Flugreisen verzichtet, seien stattdessen lieber mit Zug oder Bus gefahren oder hätten sich gezielt für ein näher gelegenes Reiseziel entschieden.
Insgesamt blieb die Reiseintensität der Deutschen auf Vorjahresniveau: Mit 48 Prozent ging wieder fast jeder Zweite zwischen Juni und September für mindestens fünf Tage in die Sommerferien.
Deutschland beliebtestes Reiseziel der Deutschen
Unter den zehn wichtigsten Reisezielen hält weiterhin Deutschland (32,2 Prozent) die Spitzenposition, gefolgt von Italien (9,6 Prozent), Spanien (9,5 Prozent), Österreich (6,3 Prozent) und Frankreich (6,1 Prozent).
Gegenüber 2006 erlebten vor allem Frankreich (plus zwei Prozentpunkte) und Österreich (plus ein Prozentpunkt) aber auch die Türkei (plus 0,6 Prozentpunkte, Platz sechs) einen Aufwärtstrend. Ein leichtes Minus (jeweils rund ein Prozentpunkt) mussten dagegen Italien, Griechenland (Platz neun) und die Niederlande (Platz acht, zusammen mit Polen) verzeichnen.
Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 1 - Bayern auf Platz 2 abgerutscht
Innerhalb der Landesgrenzen zieht der Norden die meisten Sommerurlauber an: Mecklenburg-Vorpommern konnte mit 21,4 Prozent der Gäste seine Führungsposition noch leicht ausbauen. Bayern (17 Prozent) überholte wieder Schleswig-Holstein (15,9 Prozent) und liegt nun auf Platz zwei.
Weitere Gewinner in der Gunst der deutschen Sommerurlauber sind Niedersachsen (plus sechs Prozentpunkte, Platz vier) und Hessen (plus 3,7 Prozentpunkte, Platz sechs). Deutlichster Verlierer ist Baden-Württemberg, das 4,3 Prozentpunkte verlor und auf Platz fünf landete.
Laut ETI-Studie könnten sich allerdings die Vorlieben der Deutschen beim Sommerurlaub im nächsten Jahr verschieben. Wie die Befragung ergab, nimmt in der langfristigen Planung zwar nach wie vor Mecklenburg-Vorpommern die Spitzenposition der Wunschzielliste ein, doch die schleswig-holsteinischen Heiden und Küsten dürften in der Urlaubergunst wieder an Bayerns Almen und Alpen vorbeiziehen.
Trend zu kürzeren Urlaubsaufenthalten hält an
Der Anteil der kürzeren Reisen (fünf bis sieben Tage) erreichte laut ETI-Umfrage mit 28 Prozent das Vorjahresniveau. Knapp über sieben Prozent der Deutschen blieben zwei bis drei Wochen von Wohnung und Arbeitsplatz fern. Knapp jeder zweite Urlauber war zwischen acht und 14 Tage lang in den Sommerferien. Insgesamt gesehen betrug die Durchschnittsdauer des Sommerurlaubs 12,6 Tage (Vorjahr 12,8 Tage).
Mehrheit der Deutschen kam zufrieden aus den Ferien zurück
Wie die ETI-Studie weiter zeigt, bewegt sich die Gesamt-Zufriedenheit mit dem Urlaub auf hohem Niveau. Knapp 47 Prozent waren sehr zufrieden, knapp 44 Prozent immerhin zufrieden. Dabei nahmen Gastfreundschaft, Unterkunft und familienfreundliche Angebote den größten Einfluss auf den positiven Urlaubsverlauf.
Zufriedenheitsfaktor in Österreich am größten
Im internationalen Vergleich zeigt die Studie, dass die Deutschen in Österreich am zufriedensten waren (Note 1,4). Auf gleich hohem Niveau äußerten sich die USA-Urlauber, gefolgt von den Griechenland-Touristen (Note 1,5). Deutschland rangiert leicht unterdurchschnittlich und bekam die Zufriedenheitsnote 1,7. Die Inlands-Urlauber waren vor allem in Mecklenburg-Vorpommern zufrieden. Das bedeutet: Es reisen nicht nur die meisten Deutschen in den Nord-Osten; sie erleben im Bundesvergleich dort auch ihre angenehmste Zeit des Jahres.
Urlaubsplanungen für 2008
| Obwohl der Sommerurlaub erst wenige Wochen zurückliegt, planen bereits 80 Prozent der Deutschen auch 2008 wieder zu verreisen. Damit ist die Reisebereitschaft gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent angestiegen. Ein Fünftel der Befragten möchte wieder im eigenen Land Urlaub machen. Doch auch Spanien (15,3 Prozent) und Italien (12,4 Prozent) dürften in der Beliebtheitsskala wieder vordere Plätze belegen. Griechenland (sechs Prozent), Türkei (5,5 Prozent), Frankreich (5,2 Prozent) und Österreich (5,1 Prozent) rangieren bei den ins Auge gefassten Reiseländern für den Sommerurlaub 2008 auf den nächsten Plätzen. |
Reisen nicht günstiger – Aufschwung öffnet aber Geldbeutel
Die Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses hat sich bei den deutschen Sommerurlaubern im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. 44 Prozent empfanden ihren Urlaub als genauso teuer bzw. günstig wie in den Vorjahren. Es zeichnet sich aber eine deutliche Tendenz ab: Der wirtschaftliche Aufschwung scheint bei den Reisenden angekommen zu sein. Hatten 2006 noch knapp 37 Prozent der Nicht-Verreisenden gesagt, ein Sommerurlaub sei „zu teuer“, so sank die Zahl in diesem Jahr auf rund 24 Prozent. Eher wurde der Urlaub auf eine andere Jahreszeit verschoben.
Weitere Inforamtionen und die komplette Studie erhalten Sie im Internet unter www.eti.de
Quelle: Europäisches Tourismus Institut
Grafiken: Europäisches Tourismus Institut
| Mitglied | Diskussion |
|---|


