Schluss mit den Ausreden: Stabile Seitenlage und Mund-zu-Mund-Beatmung kann Jeder
Stabile Seitenlage und Mund-zu-Mund-Beatmung sind Begriffe, die jeder vermutlich schon einmal gehört hat. Aber sobald es darum geht, diese lebensrettenden Maßnahmen im Notfall konkret anzuwenden, sieht es schlecht aus. Ein Testversuch der Sendung ARD Ratgeber Auto + Verkehr und des Deutschen Roten Kreuzes im Juni dieses Jahres zeigt: Zwei Drittel der Testpersonen sind mit der Situation, eine verletzte Person in die stabile Seitenlage zu bringen, überfordert. Erschreckend auch: Bei dem Versuch fuhren im Durchschnitt sieben Autos an der gestellten Unfallszene vorbei. Nur jede achte Person hielt an, um zu helfen.
Falsch ist nur, wenn man nicht hilft
Unterlassene Hilfeleistung kann jeden Verkehrsteilnehmer treffen
Fakt ist: Es sterben erheblich mehr Menschen durch Unterlassene Hilfeleistung als durch falsche Erste Hilfe. Gerichtlich belangt werden kann nur derjenige, der nicht hilft: Unterlassene Hilfeleistung kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden. „Man kann prinzipiell nichts falsch machen. Wenn jemand Erste Hilfe leistet, macht er dies nach bestem Wissen und Gewissen. Das ist in jedem Fall besser, als nichts zu tun“, erklärt Sefrin. Andere Gründe, nicht zu helfen, sind Zeitdruck oder gar die Angst, sich die Kleidung zu ruinieren.
„Alles Ausreden“, so der Experte. „Jeder sollte sich klar machen, dass es um Menschenleben geht – dies sollte wohl wichtiger sein als jeder Termin. Davon abgesehen wird beschädigte Kleidung sogar ersetzt.“
Die neuen Erste Hilfe-Kurse: kompakt und individuell
Die großen Hilfsorganisationen wie beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe und der Malteser Hilfsdienst bieten in Kooperation mit dem ADAC Erste-Hilfe-Kurse an, die kompakt das nötige Wissen vermitteln. Während solche Kurse früher in der Regel acht Doppelstunden umfassten, kann man heute in nur 90 Minuten die wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe erlernen. Angeboten werden zwei Module „Fit in Erster Hilfe – Verkehrsunfall“ und „Fit in Erster Hilfe – Wiederbelebung“, die unabhängig voneinander besucht werden können. Das erste Modul beinhaltet die Themen „Absichern der Unfallstelle“, „Notruf“, „Retten aus dem Gefahrenbereich“ sowie „Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit“.
Im zweiten Modul geht es um die Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie das richtige Verhalten bei Herzinfarkt und Schlaganfall. Prof. Dr. Peter Sefrin weiß: „Die meisten Menschen halten Erste Hilfe zwar für wichtig, sind aber dennoch nicht bereit, einen Kurs zu machen. Weil dies eben mit finanziellem und zeitlichen Aufwand verbunden ist.
Die 90-minütigen Kurse bieten nun die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit das nötige Wissen anzueignen – Wissen, das Leben retten kann. Der Zeitfaktor sollte nun also wirklich keine Rolle mehr spielen.“ Die Kosten liegen bei zehn bis zwölf Euro pro Kurs. Eine Investition, die sich lohnt.
Natürlich werden von den Hilfsorganisationen auch weiterhin die klassischen Erste Hilfe-Kurse angeboten. Außerdem gibt es Trainings, die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind und sich ganz nach den Bedürfnissen der Teilnehmer richten. Dazu gehören beispielsweise die Kurse „Erste Hilfe am Kind“, „Erste Hilfe für Sportgruppen“ oder spezielle Kurse für Kinder oder Senioren.
Weitere Informationen zu „Fit in Erster Hilfe“ und anderen Erste Hilfe-Angeboten unter:
www.adac.de/erstehilfe
www.asb.de
www.dlrg.de
www.drk.de
www.juh.de
www.malteser.de
Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V www.dvr.de
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