Schiffsfonds: "Land unter" oder wenn Erträge buchstäblich ins Wasser fallen.
„Seit Wochen beobachten wir einen nahezu dramatischen Renditeverlust bei einigen Schiffsfonds“, so Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des Deutschen Verbraucherschutzrings e.V. aus Erfurt. „Offensichtlich wirkt sich die aktuelle Finanzkrise nun auch auf diesem Segment ausgesprochen negativ aus“.
Seit Jahren galten die Schiffsfonds bei vielen Anlegern als „Cashcow“, mit Renditen im zweistelligen Bereich, mit denen man viel Geld verdienen konnte. Schlagzeilen wie „Der globale Handel boomt, und die Schiffe sind die Leistungsträger“ (Der Spiegel, 21.2.2007) oder „Ohne das Schiff hätte es in den vergangenen Jahren keine so dynamischen Globalisierung gegeben“ (Handelsblatt, 24.8.2007) zeigen, welche Euphorie um die Schiffsfonds in den letzten Jahren herrschte.
Anders die Schlagzeilen in diesen Tagen. So titelte die FAZ bereits am 27. Oktober „Schiffsfonds im Sturm“ oder die haufe online-Redaktion stellte am 6. Oktober fest: „Schiffsfonds: Es wird brenzlig“.
Anzeichen, dass die Krise bereits mit voller Wucht die Schiffsfonds erreicht hat und die Situation eher als „Land unter“ und nicht „mit Volldampf voraus“ beschrieben werden kann.
Grund für die Krise sind fallende Charterraten, bedingt durch die gestiegenen Treibstoffkosten, eine rückläufige Nachfrage, hohe Personalkosten und zumindest bis vor wenigen Tagen auch durch den schwachen US-Dollar. „Manches mal“, so ein Insider, „wurde aber auch schlichtweg mit gewagten Prognosen zu optimistisch kalkuliert oder die Renditen gar schöngerechnet“. Die Krise hat nun die einstige Investitions-Boombranche eingeholt und sorgt für kräftige Stürme und Verwirrungen innerhalb der Schifffahrts-Unternehmen und Emissionshäuser, vor allem aber auch bei den Anlegern.
Zahlreiche Anleger würden lieber heute als morgen aus den Fonds aussteigen
Schiffe werden stillgelegt, wie durch die dänische Reederei Maersk, oder Charterraten müssen neu verhandelt werden. Und nicht immer für zu Gunsten der Reedereien. Die verschiedenen Indizes, wie der Baltic Dry Index, der Harpex-Index oder der Charterraten-Index Howe Robinson, in denen Massengutftrachtraten bzw. Charterraten gemessen werden, sind im freien Fall. Und ein Ende ist, da sind sich die Fachleute einig, noch nicht abzusehen.
Auch neu aufgelegte Fonds spüren die schwache Nachfrage. So hat das Emissionshaus Lloyd Fonds AG (Hamburg) vor wenigen Tagen erneut seine Gewinnprognose zurückgenommen. „Die Käufer machen sich rar, Banken stellen Finanzierungen ein“, stellt dann auch die FAZ am 27. Oktober fest.
„Vor diesem Hintergrund raten wir allen Anlegern, derzeit ausgesprochen vorsichtig beim Eingehen neuer Schiffsbeteiligungen zu sein, und vor allem sehr genau und kritisch die Renditeversprechen zu überprüfen“, empfiehlt Claudia Lunderstedt-Georgi. „Denn, neben seriösen Anbietern gab und gibt es leider auch schwarze Schafe und fragwürdige Fonds-Vermittler“, so die DVS-Geschäftsführerin.
Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. hat in Anbetracht der Krise der Schiffsfonds eine Arbeitsgruppe mit Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen (Rechtsanwälte, Steuerberater, Fondspezialisten) zusammengestellt und wertet derzeit die Daten von zahlreichen Schiffsfonds aus und prüft die rechtlichen Möglichkeiten der Anleger.
Investoren, die ihr Geld in Schiffsfonds angelegt haben, können sich an den DVS wenden und Ihre Anlage gegen eine geringe Mitgliedsgebühr in Höhe von 59, 50 € (incl. MwSt) prüfen lassen.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Deutscher Verbraucherschutzring e.V. (DVS) unter www.dvs-ev.net
Quelle: DVS/News4Press
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