Erfolg trotz wirtschaftsflauer Zeiten ist möglich
Für den Europatourismus wird 2009 ein leichter Rückgang erwartet, und dieser Trend könnte sich, angesichts der aktuellen Wirtschaftslage, noch verschärfen. Wer in Europa sein Gehalt in Euro bezieht, und trotz der Krise seinen Arbeitsplatz behält, sieht dagegen in den Destinationen außerhalb der Eurozone eine preislich interessantere Alternative.
In dem von IPK International erstellten Report heißt es, dass bei den Ankünften erst ab 2011/2012 wieder mit neuen Spitzenwerten zu rechnen sei.
Schwache Wirtschaft in Europa wird Spuren hinterlassen
Dazu erklärte IPK Präsident und CEO Rolf Freitag: „Die mittel- und langfristigen Perspektiven für den europäischen Inbound- und Outbound-Tourismus sind gut. Allerdings gleicht keine Rezession der anderen. Niemand weiß, wie weit die Talfahrt der Wirtschaft gehen wird und wann der Aufschwung kommt. Ebenso wenig lässt sich vorhersagen, ob die Menschen sofort wieder reisen werden, wenn die Wirtschaft anzieht, oder ob sich der positive Trend erst mit Verzögerung auf den Tourismus niederschlagen wird."
Noch liegen IPK nicht alle Ergebnisse vor, doch nach dem für viele Destinationen positiven Rekordjahr 2007 wird der Gesamtzuwachs beim europäischen Inbound 2008 vermutlich nur noch knapp ein Prozent erreichen. Die schwache Wirtschaft in Europa und der Vertrauensschwund im dritten und vierten Quartal hinterlassen deutliche Spuren.
Schnelle Reaktionsmöglichkeit durch intelligenten Marketingmix
"Um so mehr sind jetzt intelligente Marketingstrategien gefordert", so Peter Hoffmann von Supertext. "Insbesondere das Internet wird die Kosten im Rahmen halten und gleichzeitig die Bemühungen um den Gast positiv beinflussen. So hilft das Internet mit vielfältigen Möglichkeiten (Adwords, Advertorials, Gewinnspiele) die Kosten zu senken und gleichzeitig Buchungseinbrüche abzufangen".
So kann der Gast durch das Internet immer mehr Informationen zielgerichtet zusammenfassen und diese für die Entscheidungsfindung heranziehen. Anbieter müssen durch gezielte Maßnahmen die Qualität der Kundenansprache erhöhen und ausgetretene Pfade verlassen. Das Beispiel der Bundeskanzlerin mit dem Video-Podcast verdeutlich die Zeichend er Zeit.
Flexibilität ist in 2009 Trumpf
Entsprechend der schnellen Änderung bei den Einflüssen von aussen ist deshalb ein flexibles Marketingkonzept mit schneller Reaktion unerlässlich.
Jahrespläne, die noch vor einiger Zeit gang und gäbe waren sind nicht mehr zu halten. Die Rahmenbedingungen ändern sich zu schnell. Neue Möglichkeiten sind deshalb u.a. redaktionell aufbereitete Sonderveröffentlichungen und Videofilme, die den Gast animieren, die Destination und das Angebot zu prüfen.
"Ebenso gibt es die Möglichkeit, selbst bei kleinem Budget, einen Marketingmix zu erstellen, der das bewegte Bild in den Vordergrund rückt. Ob auf auf einer Messe, im Kino, auf YouTube, auf dem iPod, Handy oder einfach auf der Homepage. Bewegte Bilder und Filme ergänzen textliche Beschreibungen und steigern die Emotionen beim Gast, das eben gesehene selber zu erleben", so Hoffmann.
"Der schnellen Griff in den Mediaplan mit umfangreichen Streichungen dürfte dabei allerdings nur ein Schnellschuss sein, der schnell nach hinten losgehen kann. Eine Weisheit "Aus den Augen - aus dem Sinn" hat trotz Finanzkrise und deren Auswirkungen weiter ihre Berechtigung", so Peter Hoffmann weiter.
Eurozone wird weiter unter der starken Währung leiden
„Wir müssen davon ausgehen, dass die Destinationen in der Eurozone weiter unter der starken Währung leiden werden", erklärt Dr. Martin Buck, Direktor KompetenzCenter Travel & Logistics bei der Messe Berlin, die den IPK-Report regelmäßig in Auftrag gibt.
„Europäische Touristen entscheiden sich immer häufiger für preiswertere Destinationen außerhalb der Eurozone. Die Türkei meldet für 2008 Zuwächse von rund 13 Prozent und wird auch 2009 zu den Gewinnern des neuen Trends gehören", so Buck weiter.
Fernziele in Asien, Amerika und Afrika haben mit Rückgang zu rechnen
Erste Ergebnisse des World Travel Trends Report 2009 deuten darauf hin, dass die Europäer künftig auch nähere Ziele wählen werden. „Da die Europäer über 50 Prozent aller Ankünfte weltweit ausmachen, ist das keine gute Nachricht für die Fernziele in Asien, Amerika und Afrika", erklärt Freitag. „Drei Prozent Wachstum beim europäischen Outbound in den ersten drei Quartalen 2008 ist ein Ergebnis, das sich 2009 kaum wiederholen wird. Insgesamt rechnen wir eher mit negativen Zahlen."
Deutschland und Großbritannien stehen für 35 Prozent der europäischen Auslandsreisen. Beide Länder durchleben derzeit eine Rezession, die mit steigender Arbeitslosigkeit einhergeht. Die Destinationen der Welt werden sich daher auf neue europäische Quellmärkte orientieren müssen: Länder wie Russland, Finnland, Norwegen und Schweden meldeten bereits für den größten Teil des Jahres 2008 überdurchschnittliches Wachstum beim Outbound.
Komplette Zahlen auf der ITB 2009
„Der ITB World Travel Trends Report 2009 mit den kompletten Zahlen für 2008 und den aktuellen Wirtschaftstrends für das erste Quartal des laufenden Jahres wird bei der ITB Berlin im März vorliegen", teilt Dr. Buck mit. "Die Reisebranche wird dann genauer wissen, was sie 2009 und danach erwarten darf. Destinationen, die ihre Marketingstrategien den jüngsten Daten anpassen, werden diese schwierige Phase sicher besser überstehen."
Im Rahmen einer Erhebung zu den Reiseabsichten für die kommenden zwölf Monate befragt IPK International derzeit Outbound-Reisende in ganz Europa. Die Branche erhofft sich von dieser Studie Prognosen über die Auswirkungen der aktuellen Krise auf das Reiseverhalten. Rolf Freitag wird einige Highlights dieser Umfrageergebnisse auf dem ITB Future Day vorstellen.
Autor: Gerd Bruckner
Quellen: ITB, Supertext
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