Schatzkästchen zwischen Orient und Okzident
Die Diskussion um das Weltkulturerbe Dresdens zeigte, dass es nicht selbstversändlich ist, ein UNESCO Kulturerbe zu sein. In Zypern ist man sich dieses Stellenwertes sehr wohl bewusst und so sind zahlreiche Monumente auf Zypern als UNESCO Weltkulturerbe ausgewiesen.
Als eines der ersten Länder hat die drittgrößte Mittelmeerinsel die begehrte Auszeichnung bereits im Jahr 1980 erhalten. Die Weltkulturerbestätten befinden sich im Troodos-Gebirge und im Südwesten der Insel.
Die byzantinische Route im Troodos-Gebirge führt kulturinteressierte Urlauber zu den von der UNESCO im Jahr 1985 als Weltkulturerbe ausgewiesenen byzantinischen und post-byzantinischen Scheuendachkirchen. Die zehn Heiligtümer aus dem elften bis 17. Jahrhundert beeindrucken durch ihre farbenprächtigen Fresken sowie ihre besondere Architektur mit ziegelgedeckten Satteldächern zum Schutz gegen Schnee und Regen.
In der Pitsilia-Region sind die Kirchen Panagia tou Araka, Stavros tou Agiasmati, Timios Stavros sowie Metamorfosis tou Sotiros als schützenswert von der UNESCO anerkannt. In der benachbarten Region Soleas besichtigen Urlauber neben der Kirche Panagia Podithou die wohl bekanntesten, ausgezeichneten Heiligtümer: Panagia tis Asinou (Panagia Forviótissa) und Nikolaos tis Stegis mit ihren künstlerisch anspruchsvollen mittelbyzantinischen Fresken, die ungewöhnliche Szenen aus dem Leben Jesu zeigen.
Im Marathasa-Tal erwartet Besucher über die Panagia tou Moutoulla sowie die Kirche des Erzengel Michael hinaus das Kloster des Heiligen Ioannis Lampadistis mit seiner beeindruckenden Ikonensammlung, die unter anderem die Wappentiere der Lusignans und der Byzantiner – Löwe und Adler – abbildet.
Pafos, Hauptstadt Zyperns im Altertum, samt dem 15 Kilometer entfernt liegenden Palaia Pafos (Alt-Pafos) hat als Zentrum für die Verehrung der Göttin Aphrodite und als wichtige Pilgerstätte – Station auf dem Pilgerweg des Apostel Paulus – bereits im Jahr 1980 die Auszeichnung als UNESCO Weltkulturerbe erhalten. Ein Spaziergang durch die Unterstadt Kato Pafos – auch Nea Pafos genannt – mit ihrem Reichtum an antiken Schätzen gleicht dem Besuch eines Freiluftmuseums: So bewundern Besucher im Archäologischen Park in vier ehemaligen römischen Stadtvillen Bodenmosaike aus dem dritten Jahrhundert nach Christus, die Szenen aus der griechischen Mythologie zeigen. Ebenfalls unter dem Schutz der UNESCO stehen die Kirche Panagia Chrysopolítissa mit der dort befindlichen Säule des Apostel Paulus sowie die monumentalen Königsgräber mit ihren dorischen Säulenumgängen aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, in denen tatsächlich wohlhabende Bürger bestattet worden sind. Durch ihren Prunk hat sich jedoch die Bezeichnung „Königsgräber“ durchgesetzt. Östlich von Pafos liegt Palaia Pafos, das heutige Kouklia mit den Überresten des Aphrodite-Tempels aus dem 12. Jahrhundert vor Christus. Noch immer zieht die legendäre Kultstätte der Göttin der Schönheit und der Liebe zahlreiche Besucher in ihren Bann.
Seit 1998 ist die neolithische Siedlung Choirokoitia zwischen Larnaka und Lemesos Bestandteil des Weltkulturerbes.
Ein Besuch der archäologischen Ausgrabungsstätte veranschaulicht Besuchern die Lebensweise der Menschen auf der Insel vor 9.000 Jahren und die elementare Bedeutung, die Zypern für die Ausbreitung der neolithischen Zivilisation vom östlichen Mittelmeerraum nach Westen vom siebten bis vierten Jahrhundert vor Christus innehatte. Die damalige Bauart lässt sich anhand von fünf in der Nähe der historischen Siedlung aus Flusssteinen und getrockneten Lehmziegeln errichteten Wohnhäusern nachvollziehen.
Mehr zu Zypern finden Sie unter www.visitcyprus.com
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