Politik und Gesellschaft : Wahlverhalten in Deutschland bei der Europawahl
Geschrieben von redaktion am 02.10.2009 12:50 (7762 x gelesen)

Wahlstatistik zur Europawahl 2009

Über die Hälfte der jungen Wählerinnen und Wähler zwischen 18 und 24 Jahren in Deutschland haben bei der diesjährigen Europawahl ihre Stimme kleineren Parteien gegeben. Für CDU/CSU und SPD stimmten in dieser Altersgruppe 49,4%. Dies teilt der Bundeswahlleiter aufgrund der nun vorliegenden Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik zur Europawahl mit.

Die Ergebnisse geben Aufschluss über das Wahlverhalten bei der Europawahl in Deutschland nach Geschlecht, nach Altersgruppen sowie nach der Struktur der Wähler und Nichtwähler.

Bei der Betrachtung der Stimmabgabe für die Parteien nach Altersgruppen zeigt sich ferner, dass ältere Wähler vergleichsweise deutlich die großen Parteien bevorzugten. So wählten 70,8% der Wähler, die 60 Jahre oder älter waren, CDU/CSU oder SPD, während bei den jüngsten Wählern zwischen 18 und 24 Jahren 49,4%, für diese Parteien stimmten. Im Vergleich mit der Europawahl 2004 verloren CDU und CSU in allen Altersgruppen.

Die SPD gewann bei den jungen Wählern bis 34 Jahren leicht hinzu, während sie in allen anderen Altersgruppen leicht verlor. Die vergleichsweise größten Verluste erhielt die SPD bei den Wählerinnen und Wählern ab 60 Jahren.

Die GRÜNEN, die insgesamt im Vergleich zu 2004 ihren Stimmenanteil leicht erhöhten, verloren in den Altersgruppen, in denen ihr Stimmenanteil am höchsten war, nämlich in den Altersgruppen der 18-44-Jährigen. Bei den älteren Wählergruppen gewannen die GRÜNEN allerdings hinzu.

DIE LINKE konnte ihren Stimmenanteil in allen Altersgruppen ungefähr gleichmäßig ausbauen. Auch die FDP gewann überall hinzu, besonders bei den 35-44-Jährigen. Die sonstigen Parteien kamen bei den 18-24-Jährigen mit 16,2% der Stimmen (2004: 12,9%) auf den größten Stimmenanteil, den sie je bei einer Europawahl in einer Altersgruppe erreichen konnten.

Die Repräsentative Wahlstatistik weist bei der Europawahl 2009 in Deutschland eine Wahlbeteiligung von 44,0% aus. Tatsächlich betrug sie 43,3%; sie wird in der Repräsentativen Wahlstatistik stets geringfügig zu hoch ausgewiesen, da nicht alle der in die Berechnung der Wahlbeteiligung einbezogenen Wahlscheininhaber (das sind überwiegend Briefwähler) gewählt haben.

Am höchsten war die Wahlbeteiligung bei westdeutschen Männern in der Altersgruppe 70 Jahre und älter mit 58,0%. Am niedrigsten war die Wahlbeteiligung mit 29,2% von ostdeutschen Frauen zwischen 21 und 24 Jahren.

Wie bei vorherigen Wahlen lässt sich auch bei der Wahl zum Europäischen Parlament 2009 eine typische Verteilung der Wahlbeteiligung in Verbindung mit dem Alter beobachten.

Insgesamt betrachtet gaben von den jüngsten Wahlberechtigten (18-20 Jahre) 35,2% ihre Stimme ab. Sie wählten häufiger als die beiden folgenden Altersgruppen der 21-24-Jährigen mit 30,1% und die 25-29-Jährigen mit 30,7% Wahlbeteiligung.

Bei den über 30-Jährigen gilt: Je älter die Wahlberechtigten, desto eher gingen sie zur Wahl. Dieser Trend lässt sich bis zur Altersgruppe der Wähler im Alter von 60-69 Jahren erkennen, die mit 54,0% Wahlbeteiligung am häufigsten zur Wahl gingen.

Der Vergleich der Wahlbeteiligung von Frauen und Männern lässt keine
großen Unterschiede erkennen. Bei den Männern fiel die Wahlbeteiligung mit 44,2% etwas höher aus als bei den Frauen mit 43,8%. Im früheren Bundesgebiet einschließlich Berlin-West gingen etwas mehr Wahlberechtigte, nämlich 43,3%, zur Wahl als in den neuen Ländern einschließlich Berlin-Ost mit 42,6%.

Frauen und Männer gaben ihre Stimmen jeweils gleich häufig ab bei der SPD (20,8%) und bei der CSU (7,2%). Mit 32,0% wählten Frauen häufiger die CDU als Männer (29,2%). Ebenso stimmten für die GRÜNEN prozentual mehr Frauen (13,3%) als Männer (10,9%). DIE LINKE wurde von 8,7% der männlichen Wähler und 6,3% der weiblichen Wähler gewählt. 12,1% der männlichen Wähler stimmten für die FDP, bei den weiblichen waren es 9,9%.

Quelle: Bundeswahlleiter




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