Karneval im Trentino
Wo attraktive Kavalleristen und schöne Bräute den Winter vertreiben: Im Trentino hat die närrische Zeit eine lange Tradition und entpuppt sich als buntes Spektakel mit vielen Gesichtern. Mit handgeschnitzten Holzmasken, farbenfrohen Umzügen, Tanz und ausgelassenen Straßenfesten vertreiben die Einwohner bereits ab Mitte Januar den Winter. Jedes Tal hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Traditionen.
Ladinischer Karneval
Im Fassatal gehört die Zeit des Karnevals zu den wichtigsten Ereignissen im ladinischen Veranstaltungskalender. Tief verwurzelt sind dort die Traditionen, das ausgelassene Treiben beginnt bereits am 16. Januar und dauert bis zum Faschingsdienstag – dem Tag, an dem alles aus den Fugen gerät.
Zentrum des Geschehens ist Penia, wo viele althergebrachte Bräuche noch lebendig sind. Dazu gehören zum Beispiel die typischen Theaterstücke: die Mascherèdes. Hauptdarsteller sind der Bufon, der Laché und die Marascons, deren aufwendig gearbeiteten Masken von einheimischen Bildhauern geschnitzt und bemalt werden. Zahlreiche Feste und Vorführungen in ladinischer Sprache versetzen die Zuschauer in ausgelassene Stimmung. Aber auch in der anderen Ortschaften wie Campitello oder Moena lassen sich Bufon, Laché und Marascons durch die Straßen treiben.
Karneval der Matòci
Ursprünglich und von touristischen Massen verschont, präsentieren sich die Narren mit bunten Holzmasken am 13. Februar beim Carnevale dei Matòci im Valfloriana, im südwestlichen Val di Fiemme. An Schlaf können die Bewohner der 13 Gemeinden in diesen Tagen kaum denken. Sie verkleiden sich zwischen Dreikönig und Faschingsdienstag mit handgeschnitzten Holzmasken und suchen ohne Vorankündigung die anderen Ortsteile auf.
Hauptfiguren sind die Arlecchini (Harlekine), Paiaci (Kasper), die Sonadori (Musikanten), Bèla (die Schöne) und die Brautleute. Am 13. Februar führt der Matòcio den Umzug durch die einzelnen Viertel, wo sie zu Speis und Trank eingeladen werden. Zum Schluss treffen sie sich am Hauptplatz in Casatta. Bevor sie jedoch ihr Ziel erreichen, müssen sie eine Reihe von Hindernissen überwinden und gewitzt Rede und Antwort stehen. Der Brauch erinnert an das alte System der Zoll- und Mautabgaben, die zu entrichten waren, wenn man von einer Gemeinde zur nächsten wollte.
Habsburger Karneval
Zu den herausragenden Ereignissen des närrischen Treibens im Trentino gehört der Habsburgische Fasching von 15. bis 19. Februar 2010, der viele Gemeinden Jahr für Jahr wieder für kurze Zeit ganz im Zeichen der österreichisch-ungarischen Monarchie erstrahlen lässt. Herrschaftliche Kutschen, Schmuck überhäufte Damen und attraktive Kavalleristen in Habsburger Kostümen und Uniformen versprühen wahrlich kaiserliches Ambiente. Dazu kommen Wiener Walzer und original königlich-kaiserlichen Leibgerichte. Das Spektakel gipfelt in Madonna di Campiglio: Im Februar erinnert der Wintersportort mit Kostümbällen und Galaabenden an das österreichische Kaiserpaar Franz Joseph I. und Sissi, die hier Ende des 19. Jahrhunderts zu den Stammgästen gehörten
Faschingstradition in Valle dei Mocheni
Auch im Valle dei Mocheni leben alte Faschingstraditionen auf. In Palù del Fersina findet am Faschingsdienstag eine einzigartige Prozession statt, deren Ursprünge in der Geschichte des Tales liegen. Ein alter Mann – il betscho – und eine alte Frau – la betscha – ziehen zusammen mit dem Eierträger – dem oiertroger und den Knechten – den koskrittn – über die Pfade, die von Hof zu Hof führen, und säen überall Wohlstand und Überfluss.
Karnveal von Arco am Gardasee
In Nago-Torbole findet am 16. Februar die La Sbigolado statt, ein großes Spaghetti-Essen. Köstliche Pasta und in Salz eingelegte Fische aus dem See sind die grundlegenden Zutaten, um den Gaumen nach traditioneller Gardesaner Art zu verwöhnen: Unbedingt sollte probiert werden: bigoi in salsa di aole.
In Romarzollo, einer Gemeinde von Arco, findet am 21. Februar das Fest L’alloro e il bambù (Lorbeer und Bambus) statt.
Der Tradition nach wird hier der Fasching mit einem neuen Leben, das die Erde blühen lässt, verabschiedet. Ein langer Faschingszug schlängelt sich durch die engen Gassen. Zentrum ist ein Baldachin aus Bambusrohr und bunter Deko, dem die sogenannten Zweigträger folgen. Die Zweige sind geschmückt mit Luftschlangen und bunten Eierschalen, den Fruchtbarkeitssymbolen.
Während die Teilnehmer des Umzugs Grostoi und Glühwein kosten, erreicht der Zug die Erhebung von Tiera, wo die Karnevalsutensilien in einem großen Lagerfeuer verbrannt werden. In Varone bei Riva del Garda freuen sich die Einwohner am 21. Februar auf das Dorffest „Polenta und Mortadella“, ein 300 Jahre altes, traditionelles Karnevalsfest mit musikalischen und folkloristischen Einlagen.
Mehr Informationen finden Sie unter www.visittrentino.it
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