Politik und Gesellschaft : Bitcoins, eine Alternative zu den Banken?
Geschrieben von redaktion am 01.06.2011 18:47 (11953 x gelesen)

BVDW warnt Verbraucher und Händler vor Bitcoins als Zahlungsmittel

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. rät Verbrauchern von der Nutzung der Zahlungsmittel "Bitcoins" ab. Bitcoins besitzen das Potenzial, der gesamten Gesellschaft durch Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder illegalen Geschäften nachhaltig zu schaden.

Für die Sicherheit der Verbraucher, und im Interesse aller Marktteilnehmer empfiehlt der BVDW in seiner aktuellen Pressemitteilung auf die bewährten Zahlungsmittel und -methoden bei Online-Transaktionen im E-Commerce zu vertrauen.

BVDW-Vizepräsident Christoph N. von Dellingshausen:
"Der Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. warnt Verbraucher vor der Nutzung der Zahlungsmittel Bitcoins. Zum einen sind Ausgabe und Kontrolle von Zahlungsmitteln in unserer Gesellschaft eine hoheitliche Aufgabe. Durch die Nutzung von Bitcoins als Zahlungsmittel wird die notwendige Kontrolle durch den Staat in den Fällen von Steuerhinterziehung oder Geldwäsche unmöglich. Deswegen sind Bitcoins schlichtweg gefährlich und haben das Potenzial, der gesamten Gesellschaft eben durch Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder andere illegale Geschäfte nachhaltig zu schaden.

Zum anderen würde eine automatisierte Geldmengensteuerung wie im Falle der Bitcoins jeder Konjunkturpolitik widersprechen und ihr damit den Boden entziehen. Die außerordentliche Wichtigkeit der Konjunkturpolitik für die Gesellschaft haben die Unternehmen und Organisationen sowie nahezu jeder Verbraucher im Zuge der Finanzkrise bereits erfahren können.

Wir gehen davon aus, dass 'Ersatzwährungen' wie Bitcoins über kurz oder lang auch durch den Gesetzgeber verboten werden, weil er sich in der Verantwortung sieht, seine Bürger und die Gesellschaft weitreichend zu schützen. Für die Sicherheit und das Wohl der Verbraucher, aber auch im Sinne der Interessen von Händlern und Betreibern von Online-Shops muss ein Regulativ für die Zahlungsmittel existieren. Wir agieren zwar in einer virtuellen Umgebung, aber mit realen Transaktionen. Davon ausgenommen sind natürlich begrenzte Punkte- und Meilensystem oder ähnliche Kundenbindungs-Programme, mit denen eine bezahlungsähnliche Kompensation im begrenzten Maße innerhalb eines Angebots zwischen Nutzer und Serviceanbieter geschieht.

Die reale Wirtschaft darf nicht zum Monopoly-Spiel werden. Der BVDW empfiehlt daher allen Marktteilnehmern, auch weiterhin auf die bewährten Zahlungsmittel bei Online-Transaktionen im E-Commerce oder bei Online-Tauschgeschäften zu vertrauen. Eine Ansammlung von Bitcoins als monetäre Reserve könnte von einem auf den anderen Tag durch den staatlichen Eingriff entwertet werden.

Zudem versucht das EU-Gesetzgebungsverfahren anhand der Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD) bereits die ersten wichtigen Schritte für den grenzübergreifenden Zahlungsverkehr einzuleiten. Das Prinzip der Bitcoins möchte selbst diese Position besetzen. Indem durch die Richtlinie jedoch grenzüberschreitende Zahlungen so einfach, effizient und sicher wie möglich gestalten werden, verbessert die Richtlinie gleichzeitig den Wettbewerb, indem neue Anbieter Zutritt auf die Zahlungsverkehrsmärkte erhalten. Als rechtliche Basis für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum bildet daher die Zahlungsdiensterichtlinie die rechtliche Grundlage für die Schaffung eines EU-weiten Binnenmarkts für den Zahlungsverkehr.

Sicherlich erschwert diese Richtlinie die Arbeit einzelner Zahlungsdienstleister, jedoch insgesamt betrachtet beweist sie sich als sinnvoll für eine transparente und vertrauensvolle Marktsicht. Auch in Zukunft werden einzelne, zersetzende Kräfte immer wieder ihr Interesse bekunden, eine eigene neue Währung losgelöst von staatlicher Kontrolle zu schaffen. Anhand der jüngsten Ereignisse und Berichte in den Medien über die Nutzung von Bitcoins als Zahlungsmittel erleben wir das Ergebnis einer ersten Welle einer Währungsdiskussion, deren Intensität in den nächsten zwei bis drei Jahren noch weiter zunehmen wird."


Anmerkung der Redaktion: Und es ist gut so, dass das ganze System einmal überprüft wird (Diskurs der Gesellschaft), weil die staatliche Kontrolle nur noch zum Selbstzweck verkommt, wie die Angehensweise bei der finanziellen Unterstützung der Banken in der weiterhin existierenden Finanzkrise (eine reine Krise der Banken) zeigt. Nichts ist ewig und dass bedrucktes Papier nur ein Gnadenakt der Regierungen ist, steigert das bisher entgegengebrachte Vertrauen auch nicht sonderlich.

Es gibt kein Monopol auf Vertrauen - Vertrauen gewinnt man oder verliert es. Das möchte nur keine Bank (ein Oligopol der Politik und Finanzhaie) hören. Die Diskussion hat erst begonnen. Es möge der Bessere ("Vertrauenswürdigere") gewinnen.

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Mitglied Diskussion
Leser
Geschrieben am: 29.06.2011 23:29  Aktualisiert: 16.09.2011 13:22
 Re: Bitcoins, eine Alternative zu den Banken?
Diese Warnung kann man ja wohl nicht ernstnehmen. Wie deutlich Superreiche ihre Macht und Monopolyspiel heute bereits treiben, zeigt was für ein Farce mit der Warnung von Bitcoins betrieben wird.
Fremdwährungen verbieten dürfte übrigens absolut nicht bringen. Dann wird eben mit anderen Fremdwährungen gehandelt. Gold, Strom, Aktien, Obligationen etc. etc. Was die Welt halt so hergibt.

Macht doch ein grosses Stopp Schild drann ^^
Oder ein grosses "Fremdwährungen Verboten" schild wie zu Hittlers Zeiten.
Antwort


   

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