
Tirol: Skilifte transportieren auch die Rodler
Datum 22.01.2006 15:48 | Thema: Österreich
| Skilifte transportieren auch die Rodler
Die Tiroler selbst frönen dem Rodeln schon seit langer Zeit, wofür wohl der gesellige Aspekt des Rodelns nicht ganz unerheblich ist. So ist kein Wunder, dass auch immer mehr Gäste sich im Winterurlaub für das Rodeln begeistern können.
Manchmal stellt einem der Volksmund ein Bein: „mit jemandem Schlitten fahren“ bedeutet nichts Gutes; damit will man ausdrücken, dass da jemand schlecht behandelt wird. Dabei weiß in Tirol jedes Kind, was Schlitten fahren – oder besser Rodeln – für eine Riesengaudi ist.
Rodeln ist ein geselliger Sport. Zuerst stapft die kleine „Rodel-Gesellschaft“ gemeinsam durch die verschneite Winterlandschaft hinauf auf den Berg bis zum Start. Es wird geplaudert und gelacht, über Gott und die Welt philosophiert.
Zeit zum sich Austauschen und Oben wartet schon die obligate Hütte, die mit einem warmen Punsch, Glühwein oder einer heißen Milch die Rodler willkommen heißt. Ganz besonders bei abendlichen Rodelpartien ist diese Hütteneinkehr wesentlicher Bestandteil. Da wird’s so richtig gemütlich.
Bei Kasspatzln oder Speckknödel und Selchfleisch kommen die Rodler in der warmen Stube wieder zu Kräften und an Geselligkeit ist ein solcher Abend wohl kaum zu übertreffen. Die Abfahrt ist dann sicherlich der krönende Abschluss eines Rodelausflugs.
Skilifte transportieren auch die Rodler
Wer den Aufstieg lieber umgehen möchte, der sei auf die zahlreichen Rodelgebiete in den Skigebieten verwiesen. Hier kann der Höhenunterschied bequem mit dem Lift zu überwunden werden. Beispielsweise ist dies in Neustift im Stubaital möglich, wo die Elferlifte auch Rodler transportieren oder in Kirchberg, wo die Vierersesselbahn auf den Gaisberg gerne Rodler mit hinaufnehmen.
Mancherorts gibt es sogar Rodeltaxis, die den Rodler samt seinem Fahrzeug auf den Berg hinauf fahren. Selbstverständlich gibt es Rodeln zu mieten. Die meisten Skischulen und Hotels haben auch Rodeln zum Ausleihen im Sortiment, sodass man sich bequem vor Ort eine Rodel besorgen kann.
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 Bestens geräumte Rodelstrecken
Früher transportierten hauptsächlich Holzarbeiter ihre Fracht auf urigen Transportschlitten ins Tal. Die Wege waren damals ungeräumt und unpräpariert und somit recht gefährlich. Heute ist Rodeln eine beliebte Freizeitbeschäftigung mit einer ausgeprägten Infrastruktur.
Insgesamt gibt es etwas über 200 Rodelbahnen im ganzen Land, was allein schon die Leidenschaft der Tiroler und ihrer Gäste für das Rodeln beweist. Die längste Rodelbahn im Land ist die Birgitzer Alm in der Nähe von Innsbruck. Stolze 11 km misst sie und sie zählt nicht nur deshalb auch bei den Einheimischen zu den beliebtesten. Sie ist anspruchsvoll, steil und kurvig. Der Aufstieg ist in diesem Fall vielleicht etwas beschwerlicher, denn hier sind 1.060 Höhenmeter zu bewältigen. Dafür ist man auf der Birgitzer Alm aber auch bestens gerüstet, um müde Rodler wieder fit zu machen.
Für Nachtschwärmer gibt es im ganzen Land beleuchtete Rodelbahnen, z.B. im Kühtai, im Stubaital oder in der Region um den Pillersee. Rodeln hat im Herz der Alpen einen ganz besonderen Stellenwert. Viele Menschen, die den ganzen Tag über im Büro hocken, schnappen sich am Abend ihre Rodel und machen sich damit auf den Weg zur nächsten Rodelbahn.
In Begleitung von Profis auf der Olympiabahn hinunter
Die Kunstbahnen in Imst und Igls bringen wahre Könner hervor und auf diesen Bahnen werden auch internationale Wettkämpfe ausgetragen. Rodeln als Leistungssport kann jeder, der sich traut, auf der Olympia Bob- und Rodelbahn Igls erleben. Im Viererbob und in Begleitung eines Profis saust man den Eiskanal hinunter und lernt dabei einiges über Fliehkräfte und innere Schweinehunde.
Die Möglichkeit zu diesem (be-)rauschenden Erlebnis besteht noch bis 27. Februar 2006. (Nähere Infos: www.olympiaworld.at, office@olympiaworld.at)
Rodler seien vor den Verlockungen der Geschwindigkeit gewarnt!
Wenn einem der Fahrtwind um die Ohren braust und die Schneelandschaft an einem vorbei fliegt, man jauchzend in die Kurven einfährt, dann ist das gewiss ein tolles Gefühl. Dabei muss man aber stets bedenken, dass Rodeln kein ungefährliches Vergnügen ist. Man sollte nie vergessen, dass man auf Kufen – wie beim Autofahren – in der Kurve rasch die Bodenhaftung verlieren kann. Diese Kurven können zudem noch unübersichtlich oder gar eisig sein. Auch die mangelnde Beherrschung des Transportmittels kann unangenehme Folgen haben.
Also "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste" Viel Spaß.
Nähere Informationen: Tirol Info, Tel. +43.512.7272-0, info@tirol.at, www.tirol.at
Quelle: Tirol Info

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