Heile Fussball-Welt Italien ? - Die Deutsche Mannschaft verliert mit 0:2 im Halbfinale der Fussball Weltmeisterschaft 2006

Datum 07.07.2006 10:28 | Thema: Sport

Jeder, der vor diesem so bedeutungsträchtigen Klassiker von einem etwas mulmigen Gefühl in der Magengegend geplagt wurde, konnte sich spätestens nach der so bitteren Bestrafung der Italienischen Mannschaft auf die Schultern klopfen. Was war der Ursprung dieser Eingebung ?

Vielleicht die Tatsache, dass wir seit 16 Jahren nicht mehr gegen die "Squadra Azzurra" gewinnen konnten oder das unsere italienischen Freunde Zugegebener maßen nach wie vor über eine grandiose Abwehrreihe verfügen ? Legt man die speziell durch die WM entstandene Euphorie und den daraus folgenden Patriotismus mal kurz bei Seite und versucht analytisch auf die Ausgangslage der einzelnen Teams einzugehen, wird Mann oder Frau schnell feststellen, dass alle Ereignisse wie so oft einen ganz bestimmten Sinn hatten.

Können Sie sich vorstellen, dass in Italien nicht mehr Fußball gespielt wird ? Na ja, wir wollen es mal nicht übertreiben, allerdings stellt sich natürlich die Frage, wie sich das Image des Fußballs hier in Deutschland gestalten würde, wenn prominenteste Vereine wie beispielsweise Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke plötzlich in der Regionalliga ihr Unwesen treiben würden.

Nimmt man die Tatsache, dass unsere südländischen Nachbarn eine komplette Amtszeit über, einem Staatsoberhaupt ihr Vertrauen schenkten, welcher gleichzeitig die wichtigsten Medien sowie einen der traditionsträchtigsten Fußballvereine kontrolliert, dürfte sich der einst selig machende Tunnelblick weiter fokussieren. Stellen Sie sich vor, die gute Frau Merkel wäre Eigentümerin von Borussia Dortmund und gestaltet nebenbei noch die Tagesthemen.

Die Macht im Fußball besitzt in Italien, wer das Geld hat. Und das Geld hat, wer das Fernsehen besitzt, dessen Eigentümer Silvio Berlusconi ist. Eine bei uns kaum vorstellbare Schuldenpolitik der starken Vereinsmannschaften sorgte bisher für die internationale Konkurenzfähigkeit sowie die fortlaufende Verpflichtung von Superstars und die Bezahlung deren überirdischer Ablösesummen. Man darf gespannt sein, wie sich diese höchst zweifelhafte Finanzpolitik künftig in der neu gebildeteten Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi darstellt.

Man möge sagen, dass alles habe bestenfalls mit dem Hoyzer-Skandal, aber doch nichts mit der WM zu tun. Warum eigentlich nicht mit der WM ? Man schaue sich nur eine Vielzahl von skandalösen Schiedsrichterentscheidungen sowie das geradezu tapsige Einwirken der FIFA an. Gäbe es den Skandal in Italien nicht, wäre einer der dort jetzt so wehement angeklagten Star-Schiedsrichter Massimo de Santis, wahrscheinlich locker flockig als WM-Referee mit von der Partie gewesen und das vielleicht noch im WM-Finale !

Nun zum bereits angesprochenen Sinn der Ereignisse; Italien wird Weltmeister, da dies die einzigste Möglichkeit darstellt, den geradezu unglaublichen Manipulationsskandal schnell, gepflegt und sauber in gewohnter Manier unter den Teppich zu kehren. Man stelle sich vor, die "Helden von Berlin" kehren als amtierender Weltmeister heim und man verbannt daraufhin deren internationale Aushängeschilder von der Bildfläche. Ein nur schwer vorstellbares Szenario.

Es mag sein, dass ethische Grundsätze innerhalb der Medien keinen Bestand haben, allerdings sollten sich die Kollegen der italienischen Presse die Frage stellen, welches Bild dieser unsportliche Fingerzeig auf Thorsten Frings auf die sportlichen Leistungen der italienischen Mannschaft wirft. Vor allem wenn man bedenkt, dass mit Schiedsrichter Markus Merk ein Deutscher mit der wohl schlechtesten Entscheidung dieses Turniers im Spiel gegen die USA mit Nachdruck für den Einzug in die Endrunde gesorgt hat.

"Die Welt zu Gast bei Freunden" war das so einschlägige Motto dieser Fussball Weltmeisterschaft. Aufgrund der Lage, in der sich der Italienische Fussball momentan befindet, hätte eine art Zeitfenster entstehen können, in der man Größe zeigt und versucht, mit sportlich fairen Mitteln davon abzulenken, dass man eigentlich im Glashaus sitzt. Wäre Italien vorzeitig ausgeschieden, hätte dies vielleicht eine Neuanfang für den Fussball bedeuten können, nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft allerdings bleibt ein fader Nachgeschmack und Spannung auf die mediale Vermarktung des möglichen Titelgewinns und dessen politische Quintesenz.

Forza Italia !

Autor: Thomas Haas


Sport-Thieme - hier klicken!




Dieser Artikel stammt von German News Nachrichten-Magazin
http://www.german-news.de/news

Die URL für diesen Artikel ist:
http://www.german-news.de/news/article.php?storyid=2142