Das Geheimnis des Geburtstages

Datum 20.11.2006 15:04 | Thema: Literatur + Belletristik

Steht die Zukunft in den Sternen?

Zu keiner Zeit des Jahres ist das Interesse an Zukunftsprognosen so stark wie zum Jahreswechsel. Wissenschaftler untersuchten den Einfluss des Geburtsmonats auf unser weiteres Leben.
Wer möchte nicht wissen, was 2006 bringen wird und welches Schicksal möglicherweise durch den eigenen Geburtstag vorbestimmt ist? Bisher waren es immer Astrologen und Sterndeuter, die darauf eine Antwort gaben. Doch auch seriöse Wissenschaftler entdeckten die Bedeutung des Geburtszeitpunktes für das weitere Leben.

Der Fuldaer Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Peter Axt und die Ärztin Dr. Michaela Axt-Gadermann sind schon seit einiger Zeit dem "Geheimnis des Geburtstags" auf der Spur und haben darüber ein spannendes Buch geschrieben "Mai-Frau sucht Dezembermann".

Die Autoren werteten zahlreiche Studien zu dem Thema aus und analysierten Patientendaten auf einen Zusammenhang zwischen Geburtsmonat und dem Auftreten bestimmter Krankheiten. Dabei stießen sie auf interessante Zusammenhänge: "Die Eindeutigkeit der Ergebnisse hat uns überrascht", so Professor Axt. "Tatsächlich sind die Veranlagungen für zahlreiche Erkrankungen wie Allergien, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen oder Zuckerkrankheit offensichtlich - neben anderen Faktoren - auch vom Geburtsmonat abhängig."

Doch das hat nichts mit Sternzeichen und Horoskopen zu tun. Die Ursachen dafür sehen die Wissenschaftler in den "early life factors": Während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten wirken unzählige Umweltfaktoren wie Klima, Ernährung, Infektionen oder Hormone in saisonal unterschiedlichen Konstellationen auf das Baby ein. Faktoren, denen das Kind in dieser Phase ausgesetzt ist, wirken sich dauerhaft auf die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung aus.

"Der Geburtsmonat scheint Vorlieben und Abneigungen zu beeinflussen und stellt möglicherweise einen unabhängigen Risikofaktor für bestimmte Krankheiten dar bzw. erhöht die Widerstandskraft gegenüber anderen Erkrankungen", so Dr. Michaela Axt-Gadermann.

Doch nicht jeder, der in einem "Risiko-Monat" geboren wurde, wird auch wirklich krank. "Man könnte das mit dem Rauchen vergleichen. Zigarettenkonsum ist ein bekannter Risikofaktor für Lungenkrebs. Dennoch erkrankt nicht jeder Raucher daran und nicht jeder, der Lungenkrebs bekommt, hat auch geraucht."

Sollten Eltern den Geburtstermin anhand dieser Erkenntnisse planen?

"In manchen Fällen wäre das zu überdenken. Leiden Eltern und Geschwister zum Beispiel unter starken Pollenallergien, ist das genetische Risiko für den Nachwuchs bereits erhöht. Hier wäre ein Geburtstermin zwischen Januar und Mai, lt. der Autoren des Buches, nicht optimal.

Das noch unreife Immunsystem des neu geborenen Kindes wird in diesem Fall sehr früh mit einer hohen Allergenkonzentration belastet und das fördert nachweislich die Entstehung von Allergien. Auch für andere Erkrankungen könnte man ähnliche Überlegungen anstellen", so Dr. Axt-Gadermann. "Doch prinzipiell gibt es nicht den "optimalen Geburtsmonat". Jeder Geburtstermin hält individuelle Stärken und Schwächen bereit. Wer diese kennt, kann seine Chancen optimal nutzen und Risiken durch einen entsprechenden Lebensstil entgegen wirken."

Noch mehr Erkenntnisse zum Geburtsmonat finden Sie in dem Buch Mai-Frau sucht Dezember-Mann - Wie der Geburtsmonat Gesundheit, Partnerschaft und Karriere beeinflusst. Herbig Verlag München, 2004, ISBN: 3776623993, 14,90 Euro


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