
Immer mehr unbezahlte Praktikumsplätze
Datum 28.10.2004 17:05 | Thema: Arbeitsmarkt / job market
| Immer mehr unbezahlte Praktikumsplätze
Hohe Qualifikationsanforderungen und wenig Bezahlung. Trockener Kommentar eines Studierenden zu seinem letzten Praktikum: „Ich musste dem Kollegen die neueste Software erst beibringen. Eine Bezahlung gab es leider nicht.“
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| Eine aktuelle Umfrage von job-chance-berlin.de bestätigt den steigenden Trend zu immer mehr unbezahlten Praktikumsangeboten. Danach finden Studierende und jobsuchende Absolventen oftmals eine bizarre Situation vor: Hohen Qualifikationsanforderungen und teilweise großer Arbeitsbelastung stehen wenig oder gar keine Vergütung gegenüber.
Verstärkt wird dieser Trend durch die angespannte Situation auf dem Praktikums-Markt. Denn durch die angestrebte Professionalisierung von Studiengängen steigt die Nachfrage nach studienbegleitenden Praktika immens.
Gleichzeitig versuchen immer mehr Hochschulabsolventen, die Zeit zwischen Abschluss und erstem Job durch ein Praktikum zu überbrücken. Bestes Beispiel ist hier die Reisebranche.
Vor allem Geistes- und Wirtschaftswissenschaftler haben es schwer, überhaupt bezahlte Praktika zu finden. Für sie gibt es aber immer noch die meisten Angebote, vor allem aus dem PR-, Marketing- und Vertriebsbereich.
Bei Technikern und Spezialisten hingegen korrespondieren Anforderungen und Vergütung: Für einen angehenden Ingenieur mit Vordiplom in der Tasche gibt es dann auch schon mal 600 bis 800 Euro pro Monat.
Offenbar werden Praktikumsinhalte zunehmend unter pragmatischen Gesichtspunkten angeboten: Die eigentliche Bedeutung eines (studienbegleitenden) Praktikums, die Vermittlung von berufspraktischem Wissen, weicht unter erhöhtem Kostendruck offensichtlich immer mehr der betriebswirtschaftlichen Kalkulation.
(Die hier skizzierten Trends stammen aus dem letzten Monat. Befragt wurden Studierende und Absolventen, die www.job-chance-berlin.de nutzen.)
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