Europäische Kommission : EUROBAROMETER 62 vorgestellt - Wie stehen die Deutschen zur EU

Datum 10.02.2005 19:44 | Thema: Politik und Gesellschaft

Eurobarometer vorgestellt

Die Deutschen unterstützen mit großer Mehrheit eine Verfassung für die Europäische Union. Beinahe 4 von 5 Befragten sprechen sich für mehr Integration und gemeinsame Entscheidungen durch eine neue Verfassung aus.

Auch im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik ist die Zustimmung der Deutschen sehr groß. So sprechen sich mittlerweile 80% der Befragten für eine gemeinsame, koordinierte Außenpolitik der EU-Staaten aus.

Zu diesen Ergebnissen kommt die in Berlin vorgestellte aktuelle Umfrage der Europäischen Kommission („Eurobarometer“).
Das jüngste Eurobarometer arbeitet ein ereignisreiches Jahr statistisch auf: Angefangen beim Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten im Mai, über die Wahl zum EU-Parlament im Juni, eine neue EU-Kommission im Herbst bis hin zu der Entscheidung, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufzunehmen.

In Bezug auf weitere Erweiterungsrunden zeigen sich die Deutschen aber eher skeptisch. 2 von 3 Befragten sind gegen eine nochmalige Erweiterung der EU nach dem Beitritt von Bulgarien, Rumänien und Kroatien. Auch die Arbeitslosigkeit wird in Deutschland weiter thematisiert. Mittlerweile erwarten 60% der Deutschen eine zunehmende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands.

Ermutigend ist das Vertrauen in die EU-Institutionen.

Nahezu die Hälfte der Deutschen geben an, der EU und ihren Institutionen zu vertrauen. Auch die Identifikation der Deutschen mit Europa steigt. So fühlt sich eine große Mehrheit von 69% der Deutschen mit Europa verbunden.

The best language learning softwareGleichwohl sind die Deutschen Schlusslicht in Europa gefragt danach, ob sie sehr stolz sind, Europäer zu sein. Nur 6% der Befragten antworteten hierbei mit „Ja“. In Ungarn und Irland waren es über 30%.

Die Rolle der USA wird weiterhin kritisch gesehen

Internationale Krisen wie der Irakkrieg, globale Probleme wie der Umweltschutz und Unstimmigkeiten über Globalstrategien wie sie der Kampf gegen den Terror, der Kampf gegen die weltweite Armut oder auch das richtige Vorgehen zur Stimulierung der Weltwirtschaft darstellen, haben sowohl bei den Deutschen als auch den EU-Bürgern im Allgemeinen zu einer geschärften Wahrnehmung der eigenen Rolle gegenüber der globalen Vormacht USA geführt.

Erste Signale für einen Medienwechsel bei der Informationsbeschaffung über die EU

Das Informationsverhalten der Deutschen ändert sich langsam, aber stetig. Vor allem unter den Jüngeren und den Gebildeten nimmt das Internet mittlerweile eine starke Position ein und das Internet (40%) als Informationsmedium das Radio (38%) oder Tageszeitungen (bei Studierenden Internet 54% / Fernsehen 55%) eingeholt oder schon abgelöst.

Die Befragung wurde durchgeführt im Auftrag der Generaldirektion Presse und Kommunikation und auch von dieser koordiniert.

Den vollständigen Bericht (deutsch) finden Sie als PDF-Datei HIER, eine Kurzfassung ebenfalls als PDF-Datei erhalten Sie HIER

Quelle: Europäische Kommission Vertretung in Deutschland


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